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Niedersachsen Krisengipfel nach etlichen Zugausfällen bei der Nordwestbahn
Nachrichten Politik Niedersachsen Krisengipfel nach etlichen Zugausfällen bei der Nordwestbahn
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21:27 11.12.2019
Etliche Kunden ärgern sich über Verspätungen und Ausfälle bei der Nordwestbahn. Quelle: dpa
Hannover

Zugausfälle der Nordwestbahn im Nordwesten Niedersachsens bringen nicht nur Bahnkunden, sondern auch Arbeitgeber und örtliche Politiker auf die Palme – unter ihnen Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD), der selbst im betroffenen Landkreis Friesland wohnt. „Der Region reicht es“, sagte Lies der HAZ. Die hohe Zahl der Zugausfälle sei nicht mehr hinnehmbar und könne auch nicht nur mit dem Lokführermangel begründet werden. „Es verhärtet sich der Eindruck, dass die Ausfälle ganz bewusst bei uns erfolgen, weil wir am Ende der Strecke liegen“, sagte der Sozialdemokrat.

Nordwestbahn verweist auf jahrelange Bauarbeiten

Problemstrecke der Nordwestbahn ist der großteils noch eingleisige Abschnitt von Oldenburg nach Wilhelmshaven, der zurzeit mit Millionenaufwand für den Güterverkehr ausgebaut wird. So soll der Tiefwasserhafen Wilhelmshaven besser ans Hinterland angebunden werden. Wegen der Bauarbeiten gibt es auf einigen Streckenabschnitten an Wochenenden einen regelmäßigen Busersatzverkehr, etwa zwischen Varel und Sande.

Die Nordwestbahn begründet einen Großteil der Verspätungen mit den Bauarbeiten, die seit zwei Jahren laufen, sowie einer unzureichenden Infrastruktur. „Hier wird keine Region bewusst abgehängt“, versichert Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann. Hauptursache für die Zugausfälle sei in der Tat der Lokführermangel, dem man aber mit der Ausbildung von 120 neuen Lokführern begegne. Diese würden von April nächsten Jahres an eingesetzt. Dirk Altwig von der Landesnahverkehrsgesellschaft verweist darauf, dass es seit November dieses Jahres deutlich weniger Zugausfälle gebe.

„Grenze der Leidensfähigkeit ist erreicht“

Jasper Strauß, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Jade, hat Vertreter und Bürgermeister aus den betroffenen Landkreisen sowie Umweltminister Lies für Mittwochabend zu einem Krisentreffen eingeladen. Es müsse etwas geschehen, sagt Strauß – und verweist auf die 45.000 Arbeitskräfte in der Region: „Bei uns ist die Grenze der Leidensfähigkeit erreicht.“

So sieht es auch der Landrat des Kreises Friesland, Sven Ambrosy: „Gerade wir als Tourismusregion haben eine Klientel, die lieber mit der Bahn fahren würde“, sagt Ambrosy. Man fordere eine Kompensation für die zwar notwendigen, aber doch sehr belastenden Bauarbeiten. „Es muss eine wesentlich bessere Anbindung an die Knoten des Fernnetzes geben.“ Außerdem wirft Ambrosy noch eine weitere Frage auf: Warum würden statt der alten Dieselloks keine Wasserstoffzüge eingesetzt, um Touristen zum Weltnaturerbe Wattenmeer zu bringen?

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