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Niedersachsen Wasserversorger warnen: Im Harz wird es immer trockener
Nachrichten Politik Niedersachsen Wasserversorger warnen: Im Harz wird es immer trockener
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00:25 24.06.2019
Das Touristenschiff "MS AquaMarin" ist im November 2018 im Niedrigwasser der Okertalsperre (Oderstausee) im Harz zu sehen. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Hannover

Die Wasserversorger schlagen Alarm: Der Klimawandel könnte langfristig auch Auswirkungen auf die Wasserversorgung in Niedersachsen haben. Der Grund: Im Harz wird es immer trockener. Regen und Schnee im Winter reichten nicht mehr aus, um den fehlenden Niederschlag im Sommer auszugleichen. Zudem verdunsteten bei steigenden Temperaturen täglich Tausende Kubikmeter Wasser. „Sollte sich bestätigen, dass Trockenjahre wie 2018 die Regel werden, müssen wir uns langfristig anpassen“, sagte der Geschäftsführer der Harzwasserwerke, Christoph Donner. Der Wasserversorger überreichte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Freitag im Landtag eine Studie über den Klimawandel im Westharz.

Lies: „Wasser ist ein begrenztes Gut“

Die Studie zeige, dass sich der Klimawandel weiter verstärke, sagte Lies. „Damit ist aber auch deutlich geworden: Wasser ist ein begrenztes Gut.“ Der Umweltminister betonte zwar, dass es in Niedersachsen keine Engpässe bei der Trinkwasserversorgung geben werde, warnte aber zugleich vor einer zunehmenden Konkurrenz bei der Nutzung von Wasser. Auch Wirtschaft und Ökosysteme benötigten es. „Wir werden in die Situation kommen, zu sagen, welche Priorität hat Trinkwasser und in welchen Stufen verringern wir die Abgabemengen“, erklärte Lies.

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Eigentlich war Stand der Forschung, dass im Harz als Folge des Klimawandels die Sommer trockener und die Winter dafür nasser werden. Das hatte die Analyse der Daten aus den Jahren 1941 bis 2008 ergeben. In der neuen Studie, die auch die Daten der vergangenen zehn Jahre einbezieht, hat Niedersachsens größter Wasserversorger aber festgestellt, dass sich die Situation „gravierend“ geändert hat. Die Harzwasserwerke betreiben im Westharz insgesamt sechs Talsperren und 70 Messstationen.

50.000 Kubikmeter weniger Zufluss in Sösetalsperre

Besonders betroffen sind laut der Studie zum Beispiel das Einzugsgebiet der Sösetalsperre im Süden des Harzes und die Radau im Nordharz, von der ein Teil des Wassers über die Okertalsperre in die Granetalsperre geleitet werden kann. So hat sich nach Angaben der Harzwasserwerke der Zufluss in die Sösetalsperre um rund 50.000 Kubikmeter verringert. Von diesem Trend ausgenommen sei alleine die Eckertalsperre, die durch ihre Lage am Brocken im Winterhalbjahr weiterhin von Regen und Schnee profitieren könne, heißt es.

Aus den neuen Daten lässt sich demnach auch die prognostizierte Zunahme an Hochwasserspitzen nicht mehr bestätigen. Der früher festgestellte Trend, dass es im Winter mehr Hochwasser gebe, habe sich deutlich abgeschwächt. Gestiegen sei dagegen die Anzahl an Dürreperioden im Sommer, also die Aneinanderreihung von sehr heißen, niederschlagsarmen Tagen. Das lasse sich daran erkennen, dass in den Sommermonaten die Abflüsse in den Einzugsgebieten deutlich zurück gehen würden.

Wasserwerke: Klimawandel kommt im Harz schneller

Laut Donner belegt die Studie das subjektive Gefühl, dass es im Harz trockener geworden ist und dass das Management von Talsperren schwieriger geworden ist. „Der Klimawandel kommt schneller und härter im Harz als bisher prognostiziert.“

Von Marco Seng