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Niedersachsen In Herzberg verfällt ein Kulturerbe
Nachrichten Politik Niedersachsen In Herzberg verfällt ein Kulturerbe
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07:32 11.06.2009
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Das Welfenschloß in Herzberg am Südharz ist fast 1000 Jahre alt. Quelle: Werner Hohlbein
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Obwohl der vierflügelige Fachwerkbau aus der Renaissance vom gefährlichen Hausschwamm befallen sei, bleibe die Landesregierung untätig, sagte Walter. Dabei seien viele Holzteile längst verfault. Die Stadt hat im Schloss unter anderem ihr Museum untergebracht.

Von außen sei vom Verfall zwar kaum etwas zu sehen, sagte Walter. „Das wird alles von Farbe verdeckt“. Die Schäden seien aber besonders in einem Flügel schon sehr weit fortgeschritten. Der Verhandlungssaal des dort untergebrachten Amtsgerichts muss wegen Einsturzgefahr schon seit geraumer Zeit mit zahlreichen Balken abgestützt werden. Die Prozessbeteiligten könnten sich deshalb während der Verhandlung gegenseitig kaum sehen, sagte Gerichtssprecherin Susanne Lojewski. Das sei „eine unwürdige Situation, wenn man immer um einen Balken rumgucken muss“.

Das Land hatte nach der Entdeckung des Hausschwamms zwar erste Rettungsmaßnahmen vornehmen lassen, die Arbeiten dann aber wegen der Haushaltssituation im Jahr 2005 eingestellt. Für die weitere Sanierung fehle jetzt das Geld, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Jürgen Tostberg. Es gebe derzeit auch keine Pläne, die Arbeiten in absehbarer Zeit wieder aufzunehmen. Eine akute Gefahr für die Nutzer der historischen Anlage bestehe nach seinen Informationen trotz des Befalls mit Hausschwamm nicht.

Dass das Ministerium der Stadt überhaupt keine zeitliche Perspektive aufzeige, ärgere ihn besonders, sagte Bürgermeister Walter. „Für diese Haltung habe ich überhaupt kein Verständnis“. Andernorts würden landeseigene historische Immobilien schließlich auch mit Millionen-Aufwand saniert und gerettet. In Herzberg ist dies anders: Wegen der Untätigkeit des Landes fresse der Schwamm sich immer weiter durch das Holz und drohe sogar, bereits sanierte Balken wieder zu befallen, sagte der Vorsitzende des Schloss-Fördervereins. Rolf Lutze, dem lokalen „Harzkurier“

dpa/lni

Klaus Wallbaum 10.06.2009