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Niedersachsen Mehr Cyber-Angriffe: Land will Verwaltung besser schützen
Nachrichten Politik Niedersachsen Mehr Cyber-Angriffe: Land will Verwaltung besser schützen
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19:23 19.08.2019
Niedersachsen will sich besser auf massive Cyberattacken vorbereiten. Quelle: Silas Stein/dpa
Hannover

Bürger und Behörden in Niedersachsen sollen besser gegen digitale Attacken und Datendiebstahl geschützt werden. Innenminister Boris Pistorius (SPD) kündigte am Montag eine öffentliche Kampagne an, um die Gesellschaft verstärkt auf die Gefahren im Netz aufmerksam zu machen. Die Landesregierung will zudem im September ein Gesetz in den Landtag einbringen, das den Schutz der digitalen Verwaltung in Niedersachsen vor Cyberangriffen regelt.

Pistorius: Cyberangriffe sind eine reale Bedrohung

„Die Sicherheit unserer Daten ist heute wichtiger als jemals zuvor“, sagte Pistorius in Hannover. Das gelte auch für die öffentliche Infrastruktur, wo Angriffe auf Krankenhäuser, den Verkehr oder die Stromversorgung kaum absehbare Folgen haben könnten. „Das ist längst keine Science-Fiction mehr, sondern eine ganz reale Bedrohung.“ Die Polizei stelle daher gezielt mehr IT-Experten ein, sagte der Innenminister.

Das geplante Niedersächsische Gesetz über digitale Verwaltung und Informationssicherheit (NDIG), das die Digitalisierung der Behörden regelt, soll unter anderem zur Abwehr der damit verbundenen Risiken dienen. Das Landesdatennetz soll damit besser gegen künftige Angriffe von außen gewappnet sein. „Diverse Hackerangriffe zeigen, wie schnell inzwischen Systeme infiziert werden und Informationen in die falschen Hände gelangen können“, heißt es im Gesetzentwurf. Den immer ausgereifteren Angriffen könne nur erfolgreich begegnet werden, wenn die Verwaltung angemessene Abwehrmaßnahmen treffen könne.

Trojaner Emotet legt Finanzverwaltung lahm

Im Frühjahr hatte eine Onlineattacke mit gefälschten E-Mails die niedersächsische Finanzverwaltung teilweise lahmgelegt. Die Schadsoftware „Emotet“ sammelt unbemerkt Informationen aus E-Mails und Kontakten, um neue Opfer zu finden und auszuspähen. Die Finanzämter mussten aus Sicherheitsgründen zeitweise E-Mails von Steuerzahlern blockieren. Polizei und Justiz seien wegen der besseren IT-Sicherheitsstruktur bislang nicht betroffen, heißt es. Pistorius räumte aber ein, dass Niedersachsen alleine keinen Angriff aus Russland oder Nordkorea abwehren könnte.

Neues Gesetz bringt digitale Verwaltung – und digitale Abwehr

Das neue Gesetz soll die Behörden dazu verpflichten, „geeignete Maßnahmen gegen mögliche Cyberattacken auf die IT-Systeme in der Landesverwaltung zu ergreifen und an die jeweils aktuellen Entwicklungen anzupassen“, heißt es im Gesetzentwurf. Es enthalte die Ermächtigung, „moderne Erkennungs- und Abwehrtechnologien einzusetzen“. Die Landesregierung will auch die Kommunen in den neuen Sicherheitsverbund aufnehmen. Das ist allerdings umstritten, weil die Kommunen fürchten, auf Kosten in Millionenhöhe sitzen zu bleiben.

Kampagne: Ministerium warnt vor Hackern

Wie kann ich mich vor unberechtigtem Zugriff und Datenklau schützen? Wie sieht ein sicheres Passwort aus? Wer hilft, wenn man Opfer von Cybermobbing wird? Diese und andere Fragen will das Innenministerium mit einer neuen Kampagne beantworten. Mit der öffentlichen Auftaktveranstaltung am 12. September 2019 unter dem Motto „Die Hacker kommen!“ im Alten Rathaus in Hannover gibt Innenminister Boris Pistorius (SPD) persönlich den Startschuss dafür. Im Oktober geht es in Göttingen, Oldenburg, Lüneburg, Osnabrück und Braunschweig weiter. Die Veranstaltungsreihe soll zeigen, wie die Hacker arbeiten und Schwachstellen ausnutzen – aber auch, welche Schutzmöglichkeiten es gibt.

Kriminelle stehlen zunehmend Daten und Identitäten

Laut Innenministerium ist der Wert gestohlener privater Daten und sogar ganzer Identitäten in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Die persönlichen Daten einer Person könnten Hackern und anderen Cyberkriminellen den Zugriff auf die Identität und damit unter anderem auch auf Bankkonten oder Depots eröffnen. „Genauso aufmerksam, wie wir uns im Straßenverkehr bewegen, müssen wir im Umgang mit digitalen Diensten und Angeboten sein“, sagte Pistorius.

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