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Niedersachsen So feiert Hannover den Geburtstag von Schröder nach
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00:18 27.04.2019
Feierte in Hannover seinen 75. Geburtstag nach: Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau Soyeon Schröder-Kim. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Na endlich, er kommt, in einem taubenblauen Anzug mit Gattin Soyeon Schröder-Kim am Arm. Im Hodlersaal des Rathauses wurde am Mittwoch der 75. Geburtstag des Altkanzlers Gerhard Schröder nachgefeiert, der Ehrenbürger Hannovers ist. Die Feier begann mit einer 15-minütigen Verspätung, sodass einige der 100 geladenen Gäste schon etwas unruhig wurden. Als Schröder gemeinsam mit Soyeon (auch sie in taubenblau) und seinem Laudator, dem Neurochirurgen Madjid Samii, erschien, applaudierten die Geburtstagsgäste.

Schostok nimmt Schröder in Schutz

Oberbürgermeister Stefan Schostok sagte, man habe die Geburtstagsfeier auf den 24. April verschoben, weil am eigentlichen Geburtstagstermin, dem 7. April, der „Hannover-Marathon“ Tausende Menschen auf die Beine brachte. Schostok lobte das Engagement Schröders für seine Wahlheimatstadt, in der im Jahr 2000 die Weltausstellung stattfand und sechs Jahre später auch Spiele der Fußballweltmeisterschaft ausgetragen wurden. Schröder engagiere sich auch „abseits der Mikrofone und Kameras“ für Hannover, habe Hannover 96 ebenso unterstützt wie den Mädchenchor, der am Mittwoch sich mit zwei Ständchen revanchierte. Auch Schröders stark umstrittenes Russland-Engagement erwähnte Schostok und sprach von „manchmal überzogener Kritik“, die er nicht nachvollziehen könne.

Unter den Gästen war der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, EU-Kommissar Günther Oettinger, Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann aber auch Südkoreas Botschafter Bum Goo Jong und Künstler wie Scorpion Klaus Meine oder die Maler und Bildhauer Markus Lüpertz und Siegfried Neuenhausen. Nicht fehlen durften auch die hannoverschen Unternehmer Martin Kind und Dirk Roßmann. Auch der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz war unter den Gästen.

Der Hannoveraner Siegfried Neuenhausen hatte eine kleine Bronzeskulptur geschaffen, die einen Mann am Zaun zeigt: „Ich will hier rein“ heißt die Skulptur, die Schostok als Geschenk dem Altkanzler überreichte und an das Schrödersche Rütteln am Zaun des Bonner Kanzleramtes erinnerte. Schröder wirkte sichtlich gerührt.

Stoff für Hirnforscher

An den legendären Akt vor Bonner Kanzleramt erinnerte auch Madjid Samii in seiner völlig frei gehaltenen Rede. Ihn habe als Hirnforscher immer interessiert, was einen jungen Mann, der „unter nicht optimalen Bedingungen“ groß werden musste, dazu veranlasst habe, ausgerechnet Bundeskanzler zu werden. Schröder, ein Mann der Tat, habe sich sehr früh dazu entschlossen, immer wieder selbst das Heft in die Hand zu nehmen, um die Zustände zu verändern, meinte Samii. Das beeindrucke ihn.

Schröder sei ein „sehr außerordentlicher Politiker“, der sich auch gegenüber Größen wie US-Präsident George Bush nicht gescheut habe, „Basta“ zu sagen und so eine deutsche Beteiligung am Irak-Krieg abgelehnt habe. „Das hat vielen Soldaten erspart, in einem sinnlosen Krieg zu fallen“, sagte Samii, und das Publikum spendete Beifall.

Schröder bedankte sich nur kurz bei den Laudatoren und den Musikern. „Manches war übertrieben, das Meiste richtig.“ Nur ob seine Abschlussprophezeiung Realität werden wird, scheint im Falle Schostoks höchst unwahrscheinlich: „Bei meinem 80. sehen wir uns wieder, ich als Jubilar und Du, Stefan, als Oberbürgermeister.“

Denn: Mitten in den Festakt platzte die Nachricht, dass die Staatsanwaltschaft Hannover jetzt Anklage gegen Schostok erhebt – wegen schwerer Untreue. „Typisch niedersächsische Justiz“, kommentierte der Jurist und SPD-Politiker Thomas Oppermann das Timing.

Von Michael B. Berger

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