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Niedersachsen Erfolglose Jagd auf Wolf kostet fast doppelt so viel wie bisher gedacht
Nachrichten Politik Niedersachsen Erfolglose Jagd auf Wolf kostet fast doppelt so viel wie bisher gedacht
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13:24 17.09.2019
Der Wolf in Niedersachsen: Dem Land kostet das Tier eine ganze Menge Geld. Quelle: Ingo Wagner/dpa
Hannover

Die bislang erfolglose Jagd auf den sogenannten Rodewalder Rüden wird immer teurer. 150.000 Euro beanspruche der vom Land beauftragte Dienstleister für die Jagd auf das Raubtier, listet das Umweltministerium jetzt in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen auf. Der Umweltminister sollte lieber in Herdenschutzmaßnahmen investieren, rät der Abgeordnete Christian Meyer.

170.000 Euro für DNA-Proben

Seit acht Monaten wird das Raubtier gejagt. Es ist hin und wieder in Fotofallen gelaufen, konnte aber weder gefangen noch erschossen werden. Umweltminister Olaf Lies (SPD) spricht mittlerweile schon selbst von einem Misserfolg und bittet die Jäger um Hilfe.

Doch der Misserfolg kommt teuer. Bis zu 150.000 Euro soll die Jagd bisher kosten. Das Geld stammt aus dem 2,8 Millionen-Euro-Topf, der für Präventionsmaßnahmen zur Verfügung steht. Bisher hieß es, die Jagd koste 83.000 Euro.

170.000 Euro sind zudem für die DNA-Analysen eingeplant, mit denen die Identität der Raubtiere festgestellt werde, schreibt das Land.

Suche einstellen?

Der Grünen-Politiker Meyer kritisiert, der Umweltminister habe sich in die Wolfsjagd „verrannt“ und verlängere Monat für Monat die Abschussgenehmigung. „Immerhin räumt er ein, dass überprüft wird, ob die ständigen Verlängerungen weiterhin fachlich sind, da der Wolf kaum weitere Schäden verursacht hat.“ Dennoch überträfen die Kosten für den ungenannten Dienstleister die Kosten für den Schadensersatz an betroffene Tierhalter um fast das Doppelte. „Das Land sollte lieber in Prävention als teure Wolfsjagd investieren“, findet Meyer.

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