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Niedersachsen Die FDP bremst ihren eigenen Übermut
Nachrichten Politik Niedersachsen Die FDP bremst ihren eigenen Übermut
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18:29 28.10.2009
Von Klaus Wallbaum
Philipp Rösler
Philipp Rösler Quelle: ddp
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Das macht den Start nicht leichter.

Dafür soll alles nun aber ganz schnell gehen. Voraussichtlich übermorgen wird Bode im Landtag als Minister vereidigt werden – das sind nur drei Tage, nachdem er die Entscheidung über den Wechsel in die Regierung getroffen hat. Und er wird auch Vizeministerpräsident, damit also der Kopf der Freidemokraten in Niedersachsen. Damit hatte noch vor wenigen Tagen niemand gerechnet, auch Bode nicht, denn alle waren von Röslers Verbleib in der Landespolitik ausgegangen.

Die FDP muss nun in diesem Tempo weitermachen. Heute wird Bodes Nachfolger als Fraktionschef gewählt, es wird der erst 32 Jahre alte Wirtschaftswissenschaftler Christian Dürr aus Ganderkesee (Kreis Oldenburg), wie Bode ein stets freundlicher Politiker, der auf Menschen zugehen kann. Anders als der bodenständige, eher etwas biedere Bode aber kann Dürr im Eifer des Gefechts auch richtig aus der Haut fahren. „Dann wird er wortgewaltig und zeigt, wie unverbraucht er ist“, sagt ein Mitstreiter. Als Generalist fiel Dürr bisher nicht auf, er konzentrierte sich zuletzt auf die Umweltpolitik. Damit nicht der Eindruck von jugendlichem Übermut in der Fraktionsführung entsteht, dürften zwei impulsive Charaktere aus der Fraktion – Björn Försterling (28) und Jan-Christoph Oetjen (31) – jetzt nicht aufsteigen, sondern auf ihren Posten bleiben. Favorit für den Posten des Parlamentarischen Geschäftsführers ist vielmehr Christian Grascha aus Einbeck. Der ist zwar auch erst 31 Jahre alt, wirkt aber viel ruhiger und gesetzter als seine Altersgenossen. Vor allem die Älteren in der FDP würden ihn bevorzugen, heißt es.

Wenn Bode Minister wird, muss auch er noch eine wichtige Entscheidung treffen: Da Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Kapferer mit Rösler Hannover verlässt, muss ein neuer Staatssekretär her, der den Apparat in den Griff nimmt. Im Gespräch ist Ole Jansen, einst Büroleiter von Minister Walter Hirche, ein Weggefährte Röslers bei den Jungen Liberalen. Derzeit leitet Jansen die Arbeitsmarktabteilung im Ministerium. Zwei älteren Kollegen, den Abteilungsleitern Ulrich Petersen und Helmut Heyne, werden schlechtere Chancen eingeräumt.

Angesichts des Stühlerückens in der FDP verzichtet Ministerpräsident Christian Wulff vorerst darauf, die CDU-Ministerriege zu erneuern – obwohl der Erwartungsdruck groß ist. Wulff will nicht in den Sog des Rösler-Wechsels geraten, sondern Herr des Verfahrens bleiben.

Für Bode steht die erste Dienstreise schon am Wochenende an: Er fliegt mit 50 Unternehmensvertretern nach Südafrika. Bode steht schon lange auf der Liste, er wollte als Fraktionschef seinen Minister Rösler begleiten. Nun wird er die Delegation sogar führen müssen.

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