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Niedersachsen Christian Wulff hält in Hannover erste Rede nach Anklage
Nachrichten Politik Niedersachsen Christian Wulff hält in Hannover erste Rede nach Anklage
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13:19 10.05.2013
Der frühere Bundespräsident Christian Wulff trifft vor dem Neuen Rathaus in Hannover (Niedersachsen) ein. Dort hielt er bei der 49. Jahrestagung des Verbandes Deutsch- Japanischer Gesellschaften eine Rede.
Der frühere Bundespräsident Christian Wulff trifft vor dem Neuen Rathaus in Hannover (Niedersachsen) ein. Dort hielt er bei der 49. Jahrestagung des Verbandes Deutsch- Japanischer Gesellschaften eine Rede. Quelle: dpa
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Hannover

Wulff hatte sich bereits in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident und als Bundespräsident für enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Japan eingesetzt.

In seiner Rede betonte er deutsch-japanische Gemeinsamkeiten. Beide Staaten litten unter einer Überalterung ihrer Gesellschaften. Daraus ergäben sich ähnliche gesellschaftlich-politische Konsequenzen, etwa bei der Zuwanderung von Fachkräften. Angesichts der weltpolitischen Veränderungen brachte er die Idee einer Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) für Asien ins Gespräch.

Mit Blick auf die Reaktor-Katastrophe von Fukushima nach dem Tsunami vor zwei Jahren betonte Wulff: „Bei der Bewältigung von Krisen und dem Umgang mit Katastrophen könnte man von Japan eine Menge lernen.“ Der parlamentarische japanische Vize-Außenminister Monoru Kiuchi erklärte, die Welle der deutschen Hilfsbereitschaft nach dem Unglück sei in Japan mit Begeisterung registriert worden.

Zu seinem Verfahren äußerte sich Wulff nicht. Er kündigte am Rande der Veranstaltung aber an, auch künftig zu ihn interessierenden außenpolitischen Themen Stellung zu beziehen. Ihm lägen bereits zahlreiche Anfragen vor, auch Interviewanfragen von fast allen deutschen Medien. Er sehe dem Ende des Verfahrens gegen ihn «im letzten noch offenen Punkt» zuversichtlich entgegen.

Mitte April hatte die Staatsanwaltschaft Hannover Anklage gegen Wulff erhoben. Es geht um Wulffs Verbindung zum ebenfalls angeklagten Filmproduzenten David Groenewold. Dieser hatte 2008 einen Teil der Kosten für einen Oktoberfestbesuch des Ehepaares Wulff in München übernommen. Wulff wusste davon nach eigenen Angaben nichts. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sollte er jedoch motiviert werden, für ein Filmprojekt Groenewolds zu werben, was er später auch tat.

dpa

Bärbel Hilbig 10.05.2013