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Niedersachsen Christian Wulff besucht die Deutsch-Japanische Gesellschaft
Nachrichten Politik Niedersachsen Christian Wulff besucht die Deutsch-Japanische Gesellschaft
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07:20 10.05.2013
Von Bärbel Hilbig
„Nur positive Reaktionen“: Christian Wulff tritt am Freitag in Hannover auf.
„Nur positive Reaktionen“: Christian Wulff tritt am Freitag in Hannover auf. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Der Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften hat ihn als Ehrengast zu seiner Jahrestagung eingeladen. So wird Wulff am Freitag im hannoverschen Rathaus über „Potenziale deutsch-japanischer Partnerschaft“ sprechen.

Das Arrangement ist nicht zufällig zustande gekommen. „Sehr viele kennen ihn aus unserer Arbeit. Aus unserer Mitgliedschaft kamen nur positive Reaktionen“, sagt Verbandspräsident Ruprecht Vondran, der für rund 50 Deutsch-Japanische Gesellschaften mit zusammen zwischen 5000 und 10 000 Mitgliedern spricht. „Wulff bemüht sich seit vielen Jahren um den deutsch-japanischen Dialog und hat dabei langfristig wirksame Ergebnisse erzielt“, sagt Vondran. Nur sei das in der deutschen Öffentlichkeit von vielen noch nicht erkannt.

Auf japanischer Seite sieht das anders aus. Der japanische Botschafter Takeshi Nakane hat Wulff anlässlich der Tagung als Ehrengast zu einem Mittagessen mit japanischen Wirtschaftsvertretern eingeladen. „Ein Vizeminister für Auswärtige Angelegenheiten wird eigens aus Japan anreisen, nur um seine Verbundenheit mit unserem Ehrengast zum Ausdruck zu bringen“, betont Vondran.

Wulff hatte als niedersächsischer Ministerpräsident auf zwei Reisen nach Japan etliche Wirtschafts- und Wissenschaftskontakte angeschoben. Als Bundespräsident hat er eine ganze Woche in Japan verbracht und dabei auch in der vom Reaktorunglück getroffenen Provinz Fukushima seine Anteilnahme ausgesprochen. Wulff sei deshalb in Japan hoch angesehen, sagt Vondran.

Doch womöglich will der Verband Wulff auch in der für ihn bisher weiterhin prekären Lage den Rücken stärken. Einer Mitteilung zu dem überraschenden Ehrengast hat der Verband ein Cicero-Zitat vorangestellt: „Sichere Freunde erkennt man in unsicheren Lagen.“

Die Deutsch-Japanischen Gesellschaften selbst kommen auf diese Weise nun jedenfalls in den süß-sauren Genuss eines ganz und gar ungewohnten Medienansturms. Zeitungen, Magazine und TV-Stationen haben sich angekündigt. Verbandspräsident Vondran hat gelernt, dass bei Platzmangel TV-Sender und Zeitungen gemeinsam Kameraleute oder Fotografen schicken. Insgesamt 21 Medien haben sich akkreditiert. „Normalerweise reicht unsere Eindringungstiefe nicht so weit. Wir würden uns freuen, wenn wir jedes Mal eine so große Medienreaktion hätten.“
So wird es wohl nichts mit Wulffs leiser Rückkehr in die Öffentlichkeit. Er kommt dennoch.

Klaus Wallbaum 03.05.2013