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Niedersachsen Abitur der zwei Geschwindigkeiten
Nachrichten Politik Niedersachsen Abitur der zwei Geschwindigkeiten
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00:15 23.05.2014
Von Saskia Döhner
Foto: Wann ist Zeit für das Abitur? Die CDU plädiert für einen Abschluss der zwei Geschwindigkeiten.
Wann ist Zeit für das Abitur? Die CDU plädiert für einen Abschluss der zwei Geschwindigkeiten. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Während die rotgrüne Landesregierung zum Schuljahr 2015/16 die generelle Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren plant und nur im Ausnahmefall für einzelne, besonders leistungsstarke Schüler die verkürzte Variante, plädiert die CDU für die Errichtung von ganzen G 8-Lerngruppen.

"Wir wollen nicht den Einzelkämpfer, sondern gemeinsames Lernen", sagte CDU-Fraktionsvize Hillmer. In den Klassen 9 und 10 soll es für diese Schüler insgesamt sieben zusätzliche Förderstunden in der Woche geben, um sie auf die Oberstufe vorzubereiten. Wenn nur einzelne Schüler, die einen Notenschnitt von unter 2,0 hätten, durch das Überspringen eines Jahrgangs G 8 machten könnten, wie das Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) vorschlage, sei das Turbo- Abitur keine echte Option mehr.

"G 8 darf nicht nur für einzelne Schüler möglich sein, sondern muss von allen Schülern angewählt werden können, die sich den schnelleren Weg zum Abitur zutrauen", sagte Seefried. Nach dem CDU-Modell sollen ab dem Schuljahr 2016/17 aufsteigend an allen Gymnasien im Land in den Jahrgängen 9 und 10 eigene G8-Lerngruppen eingerichtet werden. Wichtig sei, dass nicht nur große Schulen, sondern auch kleine Gymnasien die Wahlmöglichkeit anbieten könnten, hieß es. Die Schüler aus den G8- Lerngruppen könnten dann nach der 10. Klasse direkt in den 12.  

Jahrgang wechseln oder ein Jahr ins Ausland gehen und danach ihren Abschluss machen. Experten halten es für realistisch, dass auch bei einer generellen Rückkehr zu G 9 zwischen 20 und 30 Prozent der Schüler weiterhin das verkürzte Abitur machen werden.

"Unser Modell ist finanzierbar", betonte Hillmer. Die CDU hat ausgerechnet, dass zwischen 120 und 410 zusätzliche Lehrerstellen nötig wären, je nachdem ob sich die Hälfte oder ein Fünftel der Schüler für die schnellere Variante entscheiden. Wichtig sei, dass die Lehrerstellen, die durch die Rückkehr zu G 9 und die Begrenzung der Wochenstundenzahl auf 30 für die Schüler von der 5. bis zur 10.  

Klassen, an den Gymnasien erhalten blieben und nicht etwa an Gesamtschulen fielen. Dadurch dass die Gymnasiasten künftig nicht mehr als sechs Stunden Unterricht pro Tag haben sollen und nicht mehr wie bisher sieben oder acht, werden jährlich rund 230 Lehrerstellen eingespart. Die zwei Förderstunden pro Jahrgang, die Heiligenstadt jedem Gymnasium in Aussicht gestellt habe, sei da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

"Durch unser Modell gäbe es 2020 auch keinen Jahrgang ohne Abiturienten, weil dann da die fertig werden, die G 8 wählen", sagte Seefried. Das käme der Wirtschaft entgegen. Gefördert werden sollen grundsätzlich aber alle Kinder, die sich den schnelleren Weg zutrauen, auch wenn sie am Ende dann doch 13 Jahre bis zum Abitur brauchen.  

"Förderung ist immer gut", sagte Hillmer. Die Schüler sollen vor allem in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch auf die Oberstufe vorbereitet werden. Nach Aussage Hillmers und Seefrieds ist das Abiturmodell der niedersächsischen CDU-Fraktion bundesweit  einzigartig. Ob es bei den Lehrerverbänden auf Zustimmung stoße, sei noch unklar. Bei der Direktorenvereinigung, die sich immer für ein Doppelmodell stark gemacht hat, dürfte er jedenfalls willkommen sein. Vermutlich im September will die Union einen eigenen Gesetzentwurf vorlegen. Jetzt sei erstmal die Kultusministerin am Zug.

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