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Niedersachsen Axel Knoerig boxt seine Ziele durch
Nachrichten Politik Niedersachsen Axel Knoerig boxt seine Ziele durch
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20:41 12.11.2010
Von Michael Grüter
Im Ring und in der Politik boxt Axel Knoerig seine Ziele durch.
Im Ring und in der Politik boxt Axel Knoerig seine Ziele durch.
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Fünfzehn Jahre lang hat Axel Knoerig kräftig ausgeteilt und immer wieder auch mal selbst etwas auf die Klappe gekriegt. Er war aktiver Amateurboxer. Heute ist der 43-Jährige Spartenleiter beim TuS Syke, Fachwart Boxen im Kreissportbund Diepholz und sitzt seit einem Jahr für den Wahlkreis Diepholz/Nienburg im Bundestag.

Beides, Politik und Boxen, hat für den CDU-Politiker miteinander zu tun. „Ich habe immer für meine Ziele hart kämpfen müssen“, sagt Knoerig, der Politik und Kommunalwissenschaften in Bonn studiert hat. „Am Ende zählt, dass ich immer einmal mehr aufgestanden bin als andere“, sagt er.

Beim ersten Mal vor nunmehr fünf Jahren hatte es mit seiner Kandidatur zum Bundestag nicht geklappt. Da lag der SPD-Konkurrent noch über sechs Prozentpunkte vor ihm. Knoerig ließ sich nicht entmutigen, trat wieder an und gewann im Wahljahr 2009 mit 39 Prozent der Stimmen das Direktmandat. Sicheres Terrain ist der Wahlkreis, der von Bremen im Norden bis nach Minden im Süden reicht und sich flächenmäßig mit dem Saarland messen kann, weder für die CDU noch für die SPD. Das beeinflusst den Blick auf Meinungsumfragen, erst recht, wenn die Kurve der eigenen Partei beharrlich nach unten tendiert.

Knoerig bemüht sich um Gelassenheit. „Irgendwann wird sich auszahlen, was wir politisch auf den Weg gebracht haben“, sagt er und streicht sich durchs graue Haar. Schon mit 29 Jahren hellte sich der ursprünglich dunkle Schopf auf. Er komme damit zurecht, „solange ich nicht kahl werde“.

Schwer fiel dem neuen Abgeordneten allerdings die Zustimmung zum Energiekonzept der Bundesregierung und damit zu längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke. „Ich war nie ein Freund der Atomkraft“, sagt er. „Ich bin nicht so technikgläubig, dass ich davon ausgehe, der Mensch hat alles im Griff. Doch Gespräche mit Wirtschaftsvertretern hätten ihn nachdenklich gestimmt. Knoerig meint: „Wir müssen aufpassen, dass die Strompreise für Endverbraucher und Großkunden nicht durchs Dach stoßen.“

„Nationalkonservativ“ nennt sich der Oberstleutnant der Reserve, und als wertkonservativ versteht er sich auch. Als Friedrich Merz noch Vorsitzender der Unionsfraktion war, hat der ihm mächtig imponiert. Das, was Merz damals als „Leitkultur“ eingefordert habe, sei inzwischen nahezu Allgemeingut geworden. „Von Zuwanderern erwarte ich das Bemühen und den Willen, sich zu integrieren“, sagt der Familienvater.

Knoerig hat auf dem Feld seine eigenen Erfahrungen. Im Syker Sportverein haben nach seiner Auskunft in der Jugendabteilung Boxen 60 bis 70 Prozent der Sportler einen Migrationshintergrund: Russlanddeutsche, Libanesen, Armenier. Das sei praktische Integration. „Boxen dient dem Aggressionsabbau“, ist Knoerig überzeugt. „Man lernt bei uns, dass man sich an Regeln zu halten hat.“ Wer die erworbenen Kenntnisse nutze, um auf der Straße den dicken Maxe zu spielen, fliege raus.

Knoerig gehört dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung an. In der Fraktion ist er, obwohl erst kurz im Parlament, als stellvertretender Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe gewählt geworden. Der Gesetzentwurf zum Arbeitnehmerdatenschutz trage zu großen Teilen seine Handschrift, erzählt der Abgeordnete stolz.

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