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Niedersachsen Zehn Millionen E-Autos bis 2030 – aber die Ladesäulen fehlen
Nachrichten Politik Niedersachsen Zehn Millionen E-Autos bis 2030 – aber die Ladesäulen fehlen
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21:04 25.06.2019
Ein elektrisch angetriebener BMW lädt am Abend an einer Ladesäule. Quelle: Jan Woitas/dpa
Hannover

Mit einem engeren Ladenetz für E-Autos wollen Bundesregierung und Autobranche den schleppenden Absatz elektrischer Pkw ankurbeln. Das Laden solle „immer für alle und überall möglich“ sein, um „die letzten Bedenken“ bei E-Autos zu zerstreuen, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag. Beim Autogipfel im Kanzleramt am Vorabend hatten Vertreter der Industrie und der großen Koalition beschlossen, zunächst einen sogenannten Masterplan für den Ausbau der Stromtankstellen zu erarbeiten.

Zehn Millionen Elektro-Pkw sollen bis 2030 fahren

Es solle unter anderem einfacher werden, in Tiefgaragen Ladepunkte einzubauen, sagte Scheuer. Ein Gesetzentwurf werde nun in der Regierung abgestimmt. Um die deutschen und europäischen Ziele beim Klimaschutz zu erreichen, sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis 2030 auf deutschen Straßen zehn Millionen Elektro-Pkw unterwegs sein sowie 500.000 Elektro-Nutzfahrzeuge. Den Strom sollen sie aus 300.000 Ladepunkten ziehen.

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, sagte nach dem Gipfel, Industrie, Gewerkschaften und Politik hätten „einen guten Grundstein“ für vernünftige Maßnahmen gelegt, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Ladestellen seien einer der wesentlichen Faktoren für Kundenakzeptanz.

Althusmann sieht Chancen für Niedersachsen

Niedersachsen Verkehrsminister Bernd Althusmann begrüßte die Ergebnisse. „Die E-Mobilität ist ein zentraler Faktor, wenn wir die ambitionierten EU-Klimaschutzziele einhalten wollen“, sagte der CDU-Politiker der HAZ. Sie sei auch eine große Chance für Niedersachsen: „Denn als Land mit starker Automobilindustrie und einem großen Potenzial regenerativer Energien bringen wir alle Voraussetzungen mit, um bei der Entwicklung der Mobilität morgen ganz vorne mitzuspielen.“

Bisher kommt der Absatz von E-Autos nur langsam in Gang – trotz Anreizen wie einer Kaufprämie. Nach amtlichen Zahlen gab es zu Jahresbeginn 83.000 Elektro-Pkw und 341.000 Hybrid-Pkw – bei einem Gesamtbestand von 47,1 Millionen Pkw. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt an, bis 2022 eine Million E-Pkw auf der Straße zu haben. In Niedersachsen wurden bis Ende März insgesamt 6006 Elektro-Fahrzeuge und 8638 Hybrid-Modelle zugelassen.

Bisher nur etwa 17.400 öffentliche Ladepunkte

Zum Stand privater Ladestellen gibt es keine öffentlich verfügbaren Zahlen. Dort finden aber nach Schätzungen rund 85 Prozent der Ladevorgänge statt. Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte lag nach Angaben des Energieverbands BDEW im April bei rund 17.400. In Niedersachsen gab es Ende Mai laut Wirtschaftsministeriums 998 öffentliche Ladepunkte. Das Land fördere zudem Busse mit Elektroantrieb – in diesem Jahr knapp 40.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warf dem Bund schwere Versäumnisse in der Verkehrspolitik vor. Man rede zu lange über Altlasten und komme nicht in einen Arbeitsprozess, um die drängenden Fragen der Zukunft zu klären. Umweltschützer kritisierten die Bundesregierung als planlos. Die AfD nannte den Gipfel eine „bloße Inszenierung“.

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