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Niedersachsen Von Sprücheklopfern und Wunderwaffen
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00:20 25.02.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ

Über die Toten soll man nichts sagen. Und wenn schon nur Gutes. Heißt ein alter lateinischer Spruch, der allerdings einem griechischen Philosophen zugeschrieben wird, der sich Cheilon von Lakedaimonien nannte. Damals hatten die Sprücheklopfer noch ein gewisses Niveau, was man von Oliver Pocher nun wahrlich nicht behaupten kann. Hätte sich Pocher, den eine hannoversche Karnevalsgang neulich zu ihrem Ehrensenator ernannte, an diesen Spruch gehalten, wäre ihm jener Shitstorm erspart geblieben, der folgte, als er den toten Karl Lagerfeld imitierte. Aber der Spruch mit den Toten, über die man tunlichst nichts Böses sagen sollte, ist auch nur von begrenztem Wert. Denn sollen wir jetzt gut über Stalin, Hitler oder den Erfinder der Guillotine reden? Lieber nicht. Auf Pocher kommen wir nur, weil mit ihm der Verfall des Abendlandes eine besonders ausgefallene Note bekommt.

Aber Pocher und Karneval, das geht schon gut zusammen, obwohl wir mit einer gewissen Sorge betrachten, dass Hannover Braunschweig den Rang als Karnevalshochburg abzunehmen scheint, weil hier die Jecken direkt im Rathaus sitzen und nicht zu einem festgelegten Datum in die Regierungszentrale eilen müssen, um anderen Leuten ihren Schneid beziehungsweise Schlips abzuschneiden. Bei der Ehrung Pochers vor den Lindener Narren sah man übrigens diverse Prominentengattinen, etwa die 5. Ehefrau Gerhards, des Einzigartigen, Soyon Kim, die sich an das Schlucken von Lüttjen Lagen gewöhnte –ein Trinkgenuss, deren Reiz man man außerhalb Hannovers kaum erklären kann. Aber auch dies sind sichere Zeichen des Aufkommens der Endzeit, bei der wir hoffentlich an einem Ort sitzen, wo uns der Himmel nicht auf den Kopf fallen kann. Aber so ist die Welt, hochkomplex und ungerecht: Soyon Kim muss Lüttje Lagen trinken und Gerhard I. koreanischen Kohl essen. Wandel durch Annäherung, hätte man das früher genannt.

Nur bei einem haut selbst diese Devise nicht hin. Vielleicht laden die Lindener Narren einmal Donald Trump zur Prunksitzung, der allerdings von Senatoren wenig hält, und sich nie an den Goldenen Regeln Cheilons von Lakedaimonien orientiert, der da sagte: „Lass deine Zunge nicht deinem Verstand vorauslaufen.“ Trump betrachtet deutsche Autos jetzt als „Sicherheitsrisiko“, was sie zweifellos sind, solange wir kein Tempolimit haben. Aber das gibt es doch bereits auf allen amerikanischen Highways, die den schärfsten BMW zum schnurrenden Hauskätzchen schrumpfen. Vielleicht sollte Niedersachsen seine Europaministerin Birgit Hone´ mal zu den US-Amerikanern schicken, die bei ihrer London-Einsatz-Mission als Wunderwaffe der Landesregierung gewiss Theresa May vom Brexit abgehalten hätte. Wenn sie denn May nur getroffen hätte.

Von Michael B. Berger

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