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Niedersachsen Von Menschen und Würmern
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19:02 27.12.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
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Im Zusammenhang mit der Diskussion um ein allgemeines Tempolimit wird immer wieder der große deutsche Philosoph Immanuel Kant zitiert. Dabei hat der sich niemals zu einem Tempolimit auf ostpreußischen Autobahnen geäußert. Auch die Königsberger Klopse kommen gut ohne Kant aus. Weniger gut indes ohne Kapern. Ohne Kant und Kapern geht hingegen Saskia Esken zu Werke, die neue SPD-Parteivorsitzende, wenn sie im Walter-Borjans vorfährt und sich zu Höchstgeschwindigkeiten äußert.

Doch auch Kant hätte, wenn er ein Automobil besessen hätte, gewiss für ein Tempolimit plädiert. Auch wenn er, obwohl kein Autonarr, sich oft für die Autonomie ausgesprochen hat, die das Gesetz des Handelns in die Hände eines vernunftbegabten Lenkers legen würde, was Raser von vorneherein ausschließt. Schließlich hat Kant alle ADAC-Mitglieder aufgefordert, den Mut aufzubringen, sich des eigenen Verstandes zu bedienen – in Zeiten der allgemeinen Raserei ein geradezu prophetisches Wort. Denn, so Kant, „wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird“. Eine Aufforderung an uns alle Würmer, bei hemmungslosen Autobahndränglern durchaus mal auf die Bremse zu treten!

Ein cleveres Kerlchen

Mit diesem Wort zur Woche könnten wir es, liebe Papierkorbfreunde, belassen, wenn uns die jüngste Pressemitteilung des Umweltministeriums zum Wolfsrüden GW717m nicht zu weiteren Gedanken hinreißen würde. Hierin teilt das hannoversche Umweltministerium mit, dass die „bis Ende Dezember befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m bis zum 31.01.2020 verlängert“ werde. Erneut verlängert wird, weil die Genehmigung noch jeden Monat, den das Jahr zählt, verlängert worden ist, weil der Problemrüde GW717m ein äußerst cleveres Kerlchen zu sein scheint, das seinen zahlreichen Nachkommen in den vergangenen Monaten gewiss beigebracht hat, wie man noch so hohe Zäune überspringt, um auch in Zeiten des sich ausbreitenden Veganismus ein Schäfchen zu reißen.

Ein passendes Kant-Zitat zur Wolfsnatur des Menschen fiele uns jetzt nicht ein, obwohl sich sogar schon der vorchristliche römische Dichter Plautus und später Thomas Hobbes zu diesem Thema geäußert haben. Nach ihnen ist der Mensch dem Menschen ein Wolf, wenn er nicht gerade ein Gott ist. So können sich Menschen durchaus weiterentwickeln, wenn sie sich göttlichen Tugenden annäherten. Dies ist wiederum dem Wolf nicht vergönnt, weshalb wir auch GW717m von dieser Stelle nicht alles Gute zum neuen Jahr wünschen wollen.

Freiheit for Future!

Wir nähern uns, kein Zweifel, dem Ende aller Tage, zumindest in diesem Jahr, und damit der Frage, ob es denn keine positiven Nachrichten gibt. Ja doch. So müssen derzeit 170 Schulen in Niedersachsen nach Mitteilung des Kultusministeriums ohne Leitung auskommen. Anarchie ist machbar, Herr Nachbar. Und wenn es noch eines Zeichens bedurft hätte, dass die Endzeit naht, dann dürfte es die Nachricht sein, dass der nächste TV-Gottesdienst zu Silvester aus dem Erlebnis-Zoo Hannover übertragen wird, was dem gesamten Tierpark eine spirituelle Dimension verleiht, zumal auch Vertreter von Fridays for Future dabei sein werden ... Einen guten Rutsch, Freiheit for Future!

Von Michael B. Berger

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