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Niedersachsen Arbeitsagentur plädiert für Weiterbildung statt Zuwanderung
Nachrichten Politik Niedersachsen Arbeitsagentur plädiert für Weiterbildung statt Zuwanderung
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14:31 25.11.2010
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Bei der Suche nach Fachkräften ist die Zuwanderung ausländischer Experten aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit (BA) kein Allheilmittel. „Wir haben weder in Niedersachsen noch deutschlandweit einen flächendeckenden Mangel“, sagte der Chef der BA-Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen, Klaus Stietenroth, am Donnerstag in Hannover. Statt vorrangig Punktesysteme für Zuwanderer zu diskutieren, müsse man die vorhandenen Personalressourcen durch Weiterbildung ausschöpfen - vor allem bei Frauen, Älteren und schon in Deutschland lebenden Migranten. „Erst am Ende sollten wir uns um Zuwanderung kümmern, nicht umgekehrt.“

Nicht der vorschnelle Ruf nach mehr Zuwanderung sei im Kampf gegen die „Engpässe“ in einigen Sektoren hilfreich, meinte Stietenroth. Vielmehr müsse die Qualifizierung Priorität haben. „Wir haben trotz Wirtschaftsaufschwungs in Niedersachsen noch immer rund 300.000 registrierte Arbeitslose.“ Einschließlich derer, die in Weiterbildung sind, erhöhe sich die Zahl auf 400.000. Bei den Frauen liege das Land mit einer Erwerbsquote von 67 Prozent weiter unter dem Bundesschnitt, bei den Älteren steige die Erwerbslosigkeit gegen den Trend.

Die allgemeine Erholung werde sich im kommenden Jahr fortsetzen, vermutete der BA-Regionalchef: „Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Zahl (der Arbeitslosen) noch weiter zurückgeht.“ Obwohl von einem Fachkräftemangel pauschal keine Rede sein könne, hätten einzelne Branchen dennoch immer mehr zu kämpfen. „Es gibt keinen Grund zur Euphorie“, warnte Stietenroth.
Bei vielen Technik- und Pflegeberufen steuere das Land auf einen „echten Mangel“ zu. Besonders angespannt sei die Lage auch in den Metallberufen, auf jede offene Stelle kämen nur 1,6 Bewerber. Bei Maschinenbauern seien es 2,5 - bei 65 Prozent mehr Stellen als 2009.

Deutlich aufwärts sei es 2010 in Wirtschaftszweigen wie dem verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe gegangen, sagte BA- Arbeitsmarktexperte Klaus Oks. „Der Aufschwung ist da richtig angekommen.“ Im regionalen Vergleich sei die Situation in Hannover, Goslar und Wilhelmshaven weiterhin schwierig. Oks gab sich jedoch zuversichtlich, dass der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven Abhilfe schafft: „Ab 2012 wird es neue Beschäftigungsmöglichkeiten geben.“

dpa

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