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Niedersachsen Was tun gegen den Ärztemangel? Das sagen Landespolitiker
Nachrichten Politik Niedersachsen Was tun gegen den Ärztemangel? Das sagen Landespolitiker
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18:43 12.09.2019
Volle Wartezimmer sind die Regel, manche Patienten müssen monatelang auf einen Termin warten. Quelle: picture alliance / dpa
Hannover

Die überaus langen Wartezeiten für einen Facharzttermin beschäftigen auch die Landespolitik, die sich in einer Enquetekommission seit gut einem halben Jahr mit der medizinischen Versorgung in Niedersachsen befasst. „Es stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, Fachärzte sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich zu haben“, sagt die SPD-Abgeordnete Thela Wernstedt. Letztlich werde man diese beiden Ebenen wohl zusammenlegen müssen. Nötig sei in jedem Fall, mehr Ärzte auszubilden, was derzeit auch geschehe. Dies aber wirke sich erst langfristig aus. Bei einem stichprobenartigen Test der HAZ hatte sich herausgestellt, dass Patienten in Hannover bei vielen Fachärzten Monate auf einen Termin warten müssen.

Lotsenfunktion des Hausarztes stärken

Der CDU-Gesundheitsexperte Volker Meyer, auch er Mitglied in der Enquetekommission, sagte, man müsse die Lotsenfunktion der Hausärzte stärken und wieder dazu kommen, dass erst der Haus- und dann der Facharzt besucht werde, damit die Fachärzte mehr Luft bekämen. Entsprechende Modelle gebe es in Holland, wo der Facharztbesuch erst einmal privat zu bezahlen sei. Wernstedt meinte, es müsse eine innerärztliche Analyse geben, was ein Mediziner im Einzelnen zu tun habe. „Die Ärzte müssten ihr Zeitbudget durchforsten.“

Die FDP-Sozialexpertin Sylvia Bruns meint: „Wir brauchen dringend kreative und effektive Maßnahmen“, um bei den Wartezeiten Abhilfe zu schaffen. „Ein Schlüssel liegt in den bestehenden Vergütungsregelungen.“ So würden Termine aktuell über Pauschalen und Budgets vergütet. „Sind diese aufgebracht, werden nur noch wenige oder gar keine Termine mehr vergeben.“ Deshalb gehöre die Budgetierung abgeschafft.

Strukturen durchforsten

Die Grünen-Sozialexpertin Meta Janssen-Kucz meint, man müsse sich die regionale Verteilung der Ärzte anschauen, die über die Kassenärztliche Vereinigung geschehe. Man brauche in jedem Fall mehr niedergelassene Ärzte. Dass es selbst in der Landeshauptstadt Hannover schon monatelange Wartezeiten für einen Facharztbesuch gebe, habe sie allerdings überrascht. „Bei uns in der Fläche ist das schon jahrelang ein Thema. Ohne eine Änderung der Strukturen, etwa die Zusammenlegung von ambulant und stationär, wird man da nicht viel ändern.“

Von Michael B. Berger

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