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Niedersachsen Abzug der Briten schockt Städte in Niedersachsen
Nachrichten Politik Niedersachsen Abzug der Briten schockt Städte in Niedersachsen
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16:53 22.10.2010
Von Klaus von der Brelie
Der Abzug der Briten schockt die Städte in Niedersachsen.
Der Abzug der Briten schockt die Städte in Niedersachsen. Quelle: dpa
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Sie befürchten gravierende wirtschaftliche Einbußen. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister sagte dieser Zeitung: „Die Landesregierung bedauert den angekündigten Abzug.“ Allerdings habe er bislang noch keine genauen Erkenntnisse, wann welche Standorte in Niedersachsen konkret betroffen sein werden. „Wir werden jetzt erst einmal abwarten, was die britische Regierung hierzu präsentiert. Die Briten haben angekündigt, uns hierüber laufend zu informieren.“

Die britischen Streitkräfte haben derzeit noch etwa 20.200 Soldaten in Deutschland stationiert. Da viele von ihnen mit ihren Familien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen leben, betrifft der Rückzug alles in allem mehr als 43.300 Personen: 10 400 in der Umgebung des Nato-Truppenübungsplatzes Bergen, 11.200 in der Garnison Paderborn-Hameln, 14.200 in der Region Gütersloh, Herford, Bielefeld und Münster sowie weitere 7400 in Rheindahlen bei Mönchengladbach. Den Verlust an zivilen Arbeitsplätzen beziffern die britischen Streitkräfte mit 4700. Das Jahresbudget für die in Deutschland stationierten Einheiten liegt derzeit bei 1,5 Milliarden Euro, entsprechend hoch ist der zu erwartende Kaufkraftverlust.

Die Bundesregierung wollte die Sparmaßnahme der Briten am Mittwoch nicht bewerten. Allerdings würdigte Regierungssprecher Steffen Seibert „die große Leistung, die die britische Armee in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik erbracht hat“.

Den in Deutschland stationierten britischen Truppen sei zwar bewusst gewesen, dass es irgendwann einen Abzug geben werde, sagte die Sprecherin der britischen Streitkräfte in Deutschland, Helga Heine. Dass dieser Zeitpunkt aber nicht erst wie geplant 2035, sondern nun bereits 15 Jahre früher kommen solle, sei so nicht erwartet worden.

Der Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) sagte, die betroffenen Standorte sollten jetzt Unterstützung von Bund und Ländern einfordern. Er will die Städte und Gemeinden einladen und mit ihnen ein gemeinsames Vorgehen abstimmen. Mende fügte hinzu: „Die britischen Soldaten und ihre Familien sind in den vergangenen Jahrzehnten zu Freunden geworden, die man ungern ziehen lässt.“ Dass die Bundeswehr die frei werdenden Kasernen übernimmt, erscheint unwahrscheinlich, da auch sie von Sparauflagen betroffen ist und schrumpfen wird.