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Niedersachsen 40 Schafe gerissen: CDU fordert Abschuss von Wolfsrudel im Kreis Celle
Nachrichten Politik Niedersachsen 40 Schafe gerissen: CDU fordert Abschuss von Wolfsrudel im Kreis Celle
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07:03 28.11.2019
„Die Schäfer werden alleine gelassen“: Die CDU fordert bei Celle den Abschuss eines ganzen Wolfsrudels. Die Tiere haben dort 40 Schafe gerissen. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Hannover

Mehrere Wolfsattacken auf Nutztiere in Niedersachsen in jüngster Zeit haben die Diskussion über den Umgang mit den Raubtieren wieder verschärft. Im Landkreis Celle hat offenbar ein Wolfsrudel bei einem Schäfer innerhalb von vier Wochen rund 40 Schafe gerissen. CDU-Politiker fordern deshalb jetzt von Umweltminister Olaf Lies (SPD), das ganze Rudel zum Abschuss freizugeben. Für Aufregung sorgten zudem zwei Wolfsattacken binnen 24 Stunden in der Gemeinde Amt Neuhaus an der Elbe, davon eine mitten in einem Dorf.

CDU: Wolfspolitik des Landes ist gescheitert

Der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann erklärte nach den Angriffen bei Bargfeld im Kreis Celle die Wolfspolitik des Landes für gescheitert. „Wir brauchen nun endlich ein klares Management mit Abschussquoten“, sagte Schepelmann der HAZ. Dies sei auch bei der aktuellen Rechtslage möglich. Man müsse es nur wollen. „Ansonsten verlieren wir die Weidetierhaltung und damit unsere wunderschöne Kulturlandschaft.“

Schepelmann hatte zuvor zusammen mit CDU-Fraktionsvize Martin Bäumer den betroffenen Schäfer in Bargfeld besucht. Die Raubtiere hätten sich auch von den angeblich wolfssicheren Schutzzäunen nicht aufhalten lassen, betonte der CDU-Politiker. Das Wolfsbüro agiere plan- und ratlos. Statt konkret zu helfen, empfehle das Ministerium „Mediationskreise“ gegen den Wolf. „Die Schäfer werden alleine gelassen. So geht es einfach nicht weiter.“ Die CDU werde beim Umweltministerium die Entnahme des Wolfsrudels beantragen, erklärte Schepelmann.

Ministerium: Haben uns um Schäfer gekümmert

Das Ministerium hat nach eigenen Angaben bisher keine Pläne, Wölfe im Kreis Celle abzuschießen. Ministeriumssprecher Gunars Reichenbachs räumte zwar ein, dass es in der Region mit sieben Rudeln und einem Pärchen relativ viele Wölfe gebe, hält aber die Kritik im Falle des Schäfers aus Bargfeld nicht für gerechtfertigt. „Es gibt keinen Schäfer in Niedersachsen, um den sich das Wolfsbüro, die Wolfsberater und das Ministerium mehr gekümmert haben“, sagte Reichenbachs der HAZ. Der Schäfer habe trotz zahlreicher Empfehlungen und Zuschüssen von mehreren Tausend Euro für Zäune und Netze „nicht dazu beigetragen, dass die Wolfsrisse unmöglich gemacht werden“. Laut Ministerium wurden in diesem Jahr bisher 220 Nutztiere von Wölfen gerissen, im Vorjahr waren es insgesamt 260.

Besorgt zeigte sich das Ministerium unterdessen über eine Wolfsattacke in Zeetze (Kreis Lüneburg), bei der sieben Schafe einer Herde gerissen wurden, die in dem Dorf nahe der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern weideten. In der Nacht davor waren zudem drei Schafe eines anderen Halters im Nachbarort Sumte von Wölfen angefallen und getötet worden. „Das gefällt uns gar nicht, wir nehmen das sehr ernst“, sagte Reichenbachs. Das Ministerium werden sich die Situation in den betroffenen Dörfern anschauen.

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Von Marco Seng

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