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Deutschland / Welt Brisanter Verdacht: illegale Beraterverträge für Ex-Vorstände der Deutschen Bahn?
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Brisanter Verdacht: illegale Beraterverträge für Ex-Vorstände der Deutschen Bahn?
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15:24 06.06.2019
Laut Reuters soll auch ein Vertrag des früheren Bahn-Chefs Rüdiger Grube geprüft werden. Quelle: Jens Wolf/dpa
Berlin

Am Donnerstagnachmittag um kurz nach zwei verschickte die Deutsche Bahn eine Pressemitteilung. Sie bestand nur 14 Zeilen. Die aber hatten es in sich.

„Die Deutsche Bahn AG untersucht Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Beraterverträgen im Unternehmen“, teilte der Konzern mit. „Darunter sind auch ehemalige Konzernvorstände.“ Es gehe um den Zeitraum 2010 bis 2018. Eine Rechtsanwaltskanzlei sei beauftragt, die Ergebnisse der internen Untersuchung rechtlich zu bewerten.

Hinter den umständlichen Formulierungen könnte sich ein handfester Skandal verbergen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sollen mehr als 20 zwischen 2010 und 2018 geschlossene Verträge geprüft werden. Darunter sei auch ein Vertrag mit Ex-Bahnchef Rüdiger Grube, so der Bericht weiter.

Der Vorwurf der Untreue steht im Raum

Laut Reuters sollen viele Verträge ohne Genehmigung des Aufsichtsrats geschlossen worden sein, obwohl dies in solchen Fällen vorgeschrieben sei. Auch stehe in Frage, ob für die insgesamt millionenschweren Verträge eine Gegenleistung erbracht worden sei.

Im Klartext: Der Vorwurf der Untreue steht im Raum.

Die Bahn rief ihren Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen, die in der kommenden Woche stattfinden soll. Aufsichtsratsvorsitzender Michael Odenwald kündigte an, er werde dafür sorgen, dass „der Sachverhalt ohne Ansehen der Personen vollständig aufgeklärt wird.“

Auch der Bundesrechnungshof hat eine Prüfung eingeleitet.

Bahnchef Richard Lutz könnte durch die Vorgänge in arge Bedrängnis kommen. Er war fast in dem gesamten Zeitraum, der nun untersucht wird, Finanzvorstand des Konzerns. Die Zahlungen an die Ex-Manager müssten demnach auch über seinen Schreibtisch gegangen sein.

FDP sieht Konzernchef Lutz in Erklärungsnot – „Sein Stuhl wackelt“

„Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das ein riesengroßer Skandal“, sagte FDP-Verkehrsexperte Torsten Herbst dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Richard Lutz war seit 2010 Finanzvorstand bei der Bahn. Sein Stuhl wackelt jetzt kräftig.“ Das gelte, wenn er von diesen Beraterverträgen gewusst habe: „Es gilt aber auch, wenn das Ganze an ihm vorbei gelaufen sein sollte.“

Herbst sagte, Verträge mit ehemaligen Vorstandsmitgliedern ohne Zustimmung des Aufsichtsrates würden nach seinem Verständnis gegen alle Compliance-Regeln verstoßen. „Ich habe wenig Vertrauen, dass die Bahn diese Vorgänge selbst in geeigneter Weise aufklären kann“, so der FDP-Bundestagsabgeordnete weiter.

Die Bahn betonte in ihrer Pressemitteilung, dass es für Schlussfolgerungen jeder Art zu diesem Zeitpunkt noch zu früh sei.

Lesen Sie auch: Das sind die größten Probleme der Deutschen Bahn

Von RND/ani/rb

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