Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Wulff würdigt Schwarzeneggers Engagement für den Klimaschutz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Wulff würdigt Schwarzeneggers Engagement für den Klimaschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 01.10.2009
Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger (links) mit Ministerpräsident Christian Wulff 
Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger (links) mit Ministerpräsident Christian Wulff 
Anzeige

Das verkündet Kaliforniens Gouverneur am Mittwoch zur Eröffnung des US-Klimagipfels Governor’s Global Climate Summit in Los Angeles. Die Zuhörer im Kongresssaal applaudieren. Als anschließend Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ans Rednerpult tritt und ein Grußwort zur Eröffnung der Tagung spricht, hält auch er ein Plädoyer für einen engagierteren Klimaschutz. Zu diesem sei die Menschheit zum Wohle der eigenen Kinder einfach verpflichtet, sagt Wulff.

Los Angeles ist die erste Station der USA-Reise des Ministerpräsidenten, zu der er Anfang der Woche mit einer 50-köpfigen Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation aufgebrochen ist. Dass der CDU-Politiker auf dem Climate Summit sprechen darf, kommt nicht von ungefähr. Er und Schwarzenegger kennen sich seit März persönlich, als der Gouverneur in Hannover die Computermesse CeBIT besucht hat. Kalifornien war dort in diesem Jahr Gastland. Mittlerweile pflegen die beiden Politiker ein freundschaftliches Verhältnis. Außerdem gehört Deutschland im Allgemeinen und Niedersachsen im Speziellen zu jenen Regionen, von denen die USA in Sachen Klimaschutz - der dort bis zum Ende der Präsidentschaft von George W. Bush politisch kaum eine Rolle spielte - wohl noch etwas lernen können.

In seiner Rede würdigt Wulff deshalb das Engagement Schwarzeneggers. Dieser habe zusammen mit dem Demokraten Al Gore maßgeblich dazu beigetragen, dass die Klimaproblematik überhaupt in das Bewusstsein der amerikanischen Öffentlichkeit gedrungen sei. Dabei sei der Republikaner auch vor Konflikten mit Angehörigen seiner eigenen Partei nicht ausgewichen, sagt Wulff. Kalifornien sei mittlerweile führend in den USA, wenn es um den Entwurf einer nachhaltigen Klimapolitik gehe.

So unterzeichnete der Westküstenstaat als erster US-Bundesstaat eine Verordnung zur Reduzierung von Treibhausgasen. Und bei der Umsetzung seiner ehrgeizigen Ziele nimmt Schwarzenegger sogar seine eigene Familie in die Pflicht: Fünf Minuten und keine Minute länger dürften seine Kinder duschen, dann stelle er das heiße Wasser ab, sagte der Gouverneur jüngst auf einer Veranstaltung zum Umweltschutz.

Ob Wulff dies bei sich zu Hause ähnlich hält, sagt er am Mittwoch in Los Angeles nicht. Aber der Ministerpräsident hebt hervor, dass das „Energieland Niedersachsen“ schon jetzt mustergültig sei, was den Ausbau und das Ausschöpfen von erneuerbaren Energien angehe. Bei der Windkraft etwa nehme das Flächenland in Deutschland eine „Spitzenposition“ ein, sagt Wulff. Mit den geplanten Offshore-Windkraftparks lägen sogar noch „weitere beträchtliche Potenziale“ auf See.

Ziel der Delegationsreise ist es, die Zusammenarbeit zwischen niedersächsischen und amerikanischen Unternehmen unter anderem im Bereich „Green Economy“ zu stärken. Bei einem Wirtschaftsbriefing durch Vertreter der Stadt Los Angeles erfahren die Besucher aus Norddeutschland, dass man die Metropole - wo der Smog den blauen Himmel oft grau verdunkelt - in den kommenden Jahren zur amerikanischen „Hauptstadt der sauberen Technologie“ machen wolle, etwa durch den breiten Einsatz von Solar- und Windenergie. Die Technik beziehungsweise das Know-how dafür könnten niedersächsische Unternehmen und Hochschulen liefern.

Einer dieser Unternehmer, die sich mit Wulff in den USA umsehen, ist Gerd Bolling. Der 48-Jährige führt bei Wildeshausen im Oldenburger Land eine kleine Firma, die sich auf die Herstellung von Photovoltaik-Anlagen spezialisiert hat. Die Technik „boomt“, sagt Bolling. 2007 und 2008 habe sich sein Umsatz durch den Verkauf der Solaranlagen jeweils verdoppelt. Und das Potenzial sei noch lange nicht ausgeschöpft. Unzählige Häuserdächer könnten mit Solarzellen bestückt werden - nicht nur in Kalifornien für Schwarzeneggers „grüne Revolution“. Auch in Deutschland sei noch viel Platz für umweltfreundliche Solaranlagen, sagt Bolling. ddp