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Deutschland / Welt Winfried Kretschmann nimmt einen letzten Anlauf
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Winfried Kretschmann nimmt einen letzten Anlauf
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14:02 13.09.2019
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) tritt 2021 noch einmal an. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Unter den Insidern in Stuttgart und Berlin hatte niemand mit etwas anderem gerechnet. Und siehe da, es kam, wie seit geraumer Zeit gemunkelt wurde: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bewirbt sich 2021 um eine dritte Amtszeit. Das tat der Grünen-Politiker am Donnerstag kund.

Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus. Nicht zuletzt, weil Kretschmann 71 Jahre alt ist und in jenem Frühjahr, in dem die Wahlen stattfinden sollen, voraussichtlich 73 Jahre alt würde.

Kretschmann sagte in Stuttgart, er habe aus seiner Partei nur den Wunsch gehört, dass er weitermachen solle. Dabei sieht der Regierungschef, der seit 2011 amtiert, auch in seinem Alter kein Problem für die erneute Bewerbung. Entscheidend sei, dass man dem Amt körperlich und geistig gewachsen sei, sagte er. „Den Eindruck habe ich von mir selber, dass das so ist.“ Wichtig sei, im hohen Alter neugierig zu bleiben.

Kretschmann: Wahl 2021 ist noch nicht gelaufen

Freilich wolle er nicht den Eindruck erwecken, dass die Wahl schon gelaufen sei, so Kretschmann weiter. Er habe das Amt schließlich nicht gepachtet. Zudem sei Kultusministerin Susanne Eisenmann als CDU-Spitzenkandidatin eine respektable Gegnerin.

Unterdessen äußerte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag, Hans-Ulrich Rülke, Zweifel, ob Kretschmann im Falle eines erneuten Triumphs eine volle Legislaturperiode durchhalten würde. Denn an deren Ende wäre dieser 78 Jahre alt, so Rülke. „Auf fünf weitere Jahre Kretschmann kann sich niemand verlassen.“

Fest steht, dass Kretschmann sich im Land großen politischen Respekt erworben hat. 2011 vermochte er es als erster Grüner, Ministerpräsident in einem der 16 Bundesländer zu werden – und das auch noch im als eher schwarz bekannten Ländle und in einer Koalition mit der SPD. 2016 kam es – aus Sicht der sieggewohnten CDU – dann noch toller. Denn da wurden die Kretschmann-Grünen stärkste Partei und degradierten die Christdemokraten zum Juniorpartner.

Super, dass Du weitermachen willst!

Cem Özdemir; langjähriger Grünen-Chef

Die Bundes-Grünen, denen es der eigensinnige Kretschmann nicht immer leicht macht, reagierten positiv. „Ich freue mich, dass er sich so entschieden hat“, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. „Aller guten Dinge sind drei. Das wird eine große Sache werden fürs Land.“

Die Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck erklärten: „Er genießt großes Ansehen und Vertrauen und schafft es, auf besondere Weise Bindekraft für die Breite der Gesellschaft zu entfalten.“

Der Parteilinke Jürgen Trittin, der mit Kretschmann zuweilen überkreuz war, schrieb bei Twitter: „Eine gute Nachricht für Baden-Württemberg.“

Ebenfalls bei Twitter notierte der langjährige Parteivorsitzende Cem Özdemir: „Du bist Deutschlands beliebtester Ministerpräsident. Super, dass du weitermachen willst!“

Der Schwabe Özdemir, der ein ähnliches politisches Profil hat wie Kretschmann, wurde immer mal wieder als dessen Nachfolger gehandelt. Daraus wird nun zunächst nichts. Der 53-Jährige hat sich wohl auch deshalb gerade um den Vorsitz der Bundestagsfraktion beworben.

Lesen Sie hier unseren Kommentar: Eine riskante Entscheidung

Von Markus Decker/RND

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