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Deutschland / Welt D-Day: Was geschah vor 75 Jahren am 6. Juni 1944 in der Normandie?
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12:15 06.06.2019
Die historische Aufnahme zeigt US-Soldaten, die am 6. Juni am Utah Beach in der Normandie landen. Quelle: Photo Pool dpa via AP
Hiesville/Portsmouth

Mit mehreren großen Gedenkveranstaltung in England und Frankreich erinnern Staats- und Regierungschefs dieser Tage an die Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg vor 75 Jahren. Mit dabei sind US-Präsident Donald Trump, die britische Königin Elizabeth II. und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May werden zu der Militärfeier erwartet. Die britische Regierung hatte das „größte britische Militärspektakel der jüngeren Geschichte“ angekündigt.

Was ereignete sich an dem historischen Tag im Jahr 1944, wie viele Streitkräfte waren an dem Einsatz beteiligt, und warum wird der D-Day gefeiert? Hintergründe, Zahlen und weitere Informationen lesen Sie hier.

Landung in der Normandie: Was passierte am 6. Juni 1944?

Am Morgen des 5. Juni 1944 erteilte der US-General Dwight D. Eisenhower das „Ok, let’s go“ und läutete damit den Beginn der entscheidenden „Operation Overlord“ ein. Die Landung in der Normandie wurde dabei als „Operation Neptune“ bezeichnet. Am Abend starteten in Großbritannien die ersten Flugzeuge, in denen britische und US-amerikanische Fallschirmjäger bereit saßen. Kurz nach Mitternacht sprangen Aufklärer über der Normandie ab, wenig später landeten die ersten Flugzeuge im Hinterland. Knapp eine Stunde später übernahmen britische Soldaten bereits wichtige strategische Punkte an mehreren Brücken.

Nachdem bereits zahlreiche Fallschirmjäger das Festland erreicht hatten, traf gegen 5 Uhr am Morgen des 6. Juni die Schiffsflotte der alliierten Streitkräfte ein. Die deutschen Stützpunkte wurden aus der Luft und von Wasser aus beschossen. Um 9:30 Uhr wurde die Landung der Alliierten von Eisenhower offiziell in der BBC verkündet. Bis zum Abend landeten 156.000 Soldaten in der Normandie, mehr als 11.000 von ihnen starben, wurden verletzt oder vermisst.

Historischer Hintergrund

Seit 1939 hatte Nazi-Deutschland unter Adolf Hitler im Zuge des Zweiten Weltkriegs große Teile des europäischen Kontinents eingenommen. Während Russland die Nationalsozialisten an der Ostfront zurückhalten konnte, gelang den Deutschen die Übernahme von zahlreichen westeuropäischen Gebieten. Hier wurden die alliierten Streitkräfte immer weiter in die Defensive gedrängt, auch weil Hitler im besetzten Norden Frankreichs zahlreiche Befestigungsanlagen erbauen ließ.

Der britische Premierminister Winston Churchill und US-Präsident Franklin D. Roosevelt befürchteten bei einer Invasion daher massive Verluste. Dennoch einigten sie sich bereits 1943 auf die militärische Aktion, die ein Jahr später die Wende im Kampf gegen Hitler einläuten sollte. Von der Normandie aus drangen Hunderttausende Soldaten der Alliierten weiter ins Landesinnere vor. Nach der wichtigen Schlacht von Avranches am 1. August 1944 befreiten die Alliierten am 25. August schließlich Paris.

Warum ist der D-Day so wichtig, und warum wird er gefeiert?

Der D-Day markiert den entscheidenden Wendepunkt im Verlauf des Zweiten Weltkrieges und den Beginn der Befreiung Westeuropas von den Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Mit vielen Veranstaltungen gedenken die alliierten Länder jährlich den gefallenen Soldaten. Veteranen und Zeitzeugen aus der ganzen Welt besuchen an diesem Tag die historisch bedeutenden Strandabschnitte im Norden Frankreichs. Auch auf der britischen Seite finden Feierlichkeiten statt.

Was bedeutet D-Day?

D-Day ist ein militärischer Begriff und markiert den Beginn einer wichtigen militärischen Aktion, die etwa über den Ausgang eines Krieges entscheiden kann. Er ist vergleichbar mit dem deutschen Terminus „Tag X“. Das Kürzel wird auch mit den Begriffen Doomsday („Jüngster Tag“), Decision Day („Entscheidungstag“), Delivery Day („Liefertag“), Deliverance Day („Befreiungstag“) verbunden. Der Ursprung ist nicht eindeutig geklärt.

D-Day: Wie viele Soldaten waren im Einsatz?

Laut des britischen Historikers Andrew Roberts waren mehr als 5000 Wasserfahrzeuge, 20.000 Fahrzeuge und rund 11.500 Flugzeuge im Einsatz. Insgesamt flogen die Luftstreitkräfte etwa 13.000 Einsätze. Mehr als 156.000 Soldaten, davon die meisten US-Amerikaner, Briten, Kanadier, Polen und Franzosen, landeten am 6. Juni an den Stränden von Nordfrankreich. Bis Ende Juli gelangten mehr als 1,5 Millionen Soldaten in die Normandie. 14 Länder waren auf Seiten der Alliierten an den Einsatz beteiligt.

Wo landeten die Soldaten am D-Day?

Die Soldaten brachen am 5. Juni im Süden Großbritanniens auf und überquerten den Ärmelkanal Richtung Frankreich. Hier trafen sie hauptsächlich an fünf Strandabschnitten ein. Die US-Soldaten landeten auf den Abschnitten mit den Codenamen Utah und Omaha, die Briten auf den Stränden Gold und Sword und die Kanadier am Abschnitt Juno. Mehr als 20.000 weitere Soldaten erreichten die Normandie als Fallschirmjäger aus der Luft.

Die Normandie ist eine bedeutende historische Region - hier landeten vor 75 Jahren die Alliierten, um Europa von den Nazis zu befreien. Quelle: dpa-Themendienst

75. Jubiläum in der Normandie: Wie wird der D-Day gefeiert?

Zum 75. Jubiläum des D-Days kündigte Großbritannien im Vorfeld bereits eines der „größten britischen Militärspektakel der vergangenen Jahre“ an. An der Südküste in Portsmouth sollen 24 Flugzeuge aufsteigen. Die Veranstaltung ist Auftakt für zwei Tage des Gedenkens an die Soldaten, die während der gefährlichen Mission Geschichte schrieben.

Neben Theresa May, Emmanuel Macron und Angela Merkel nimmt auch US-Präsident Donald Trump an den Feierlichkeiten teil. Auch die Präsidenten, Ministerpräsidenten und andere Vertreter von Staaten, die damals an der Seite Großbritanniens in der Normandie gekämpft hatten, sind eingeladen.

Die Veteranen Peter Kent, Albert Holmshaw, Roy Maxwell, Richard Forrester und Doug Baldwin stehen vor dem Soldatenfriedhof im französischen Bayeux. Quelle: imago images / ZUMA Press

Auch in Frankreich finden nahe der Strände, wo die Alliierten landeten, traditionell Gedenkveranstaltungen statt. Veteranen versammeln sich etwa auf den Friedhöfen, auf denen ihre gefallenen Kameraden beigesetzt wurden. An den Stränden spielen Geschichtsdarsteller die Alliierten-Landung nach. Dabei werden stets auch historische Fahrzeuge und Uniformen aus dem Zweiten Weltkrieg zur Schau gestellt.

In den vergangenen Jahren wurde allerdings Kritik laut, dass die einstigen Gedenkveranstaltungen immer mehr zu kommerziellen Massenveranstaltungen werden und der Geschichtstourismus Überhand nehme. Für viele Veranstaltungen in Südengland und Frankreich werden Eintrittsgelder verlangt.

Von RND/mkr

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