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Deutschland / Welt Vorbehalte gegen Asylbewerber in Deutschland so hoch wie nie
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Vorbehalte gegen Asylbewerber in Deutschland so hoch wie nie
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18:51 25.04.2019
Minderjährige Flüchtlinge beim Deutschunterricht. Quelle: Boris Roessler/dpa
Berlin

In der deutschen Bevölkerung ist einer Studie zufolge die Ablehnung gegenüber Asylsuchenden gestiegen. Mehr als jeder zweite Deutsche (54,1 Prozent) teilt Einstellungen, die Flüchtlinge abwerten, wie aus der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten neuen „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung hervorgeht.

2016 lag der Wert bei 49,5 Prozent, 2014 bei 44,3 Prozent. Leichte Zunahmen registriert die Studie auch bei Islamfeindlichkeit und der Abwertung von Sinti und Roma.

Das Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld untersucht anhand einer Befragung im Turnus von zwei Jahren, welche Einstellungen die Mitte der Gesellschaft zur Demokratie, den im Grundgesetz verbrieften Rechten, zu Minderheiten und zur verantwortlichen Politik hat. Die aktuelle sogenannte Mitte-Studie trägt den Titel „Verlorene Mitte - Feindselige Zustände“. 2016 war von der „Gespaltenen Mitte“ die Rede.

Jeder fünfte neigt zu rechtspopulistischen Einstellungen

Harte rechtsextreme Einstellungen werden der Studie zufolge wie in den Vorjahren nur von einer Minderheit geteilt - von 2,4 Prozent im Osten wie im Westen. Auf deutlich höherem Niveau bewegt sich dagegen die Zustimmung zu Rechtspopulismus: Jeder Fünfte (21 Prozent) neige zu rechtspopulistischen Einstellungen, 42 Prozent der Deutschen zeigten eine Tendenz dazu.

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Dieser Werte haben den Angaben zufolge seit 2014 nicht zugenommen, was die Forscher aber nicht beruhigt. „Rechtspopulistische Einstellungen sind stabil und das heißt, sie sind in der Mitte normaler geworden“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie.

Anders als bei rechtsextremen Einstellungen stellt die Studie beim Rechtspopulismus auch einen Ost-West-Unterschied fest. Feindlichkeit gegenüber vermeintlich Fremden, Muslimen und Asylsuchenden sei im Osten weiter verbreitet.

So wurden die Teilnehmer befragt

Erstmals wurden die Teilnehmer auch zu Verschwörungstheorien befragt. Viele Menschen glauben demnach, dass Politiker nur Marionetten anderer Mächte sind.

Die Studienteilnehmer bewerteten in der Befragung in vier bis fünf Abstufungsmöglichkeiten (von „stimme überhaupt nicht zu“ bis „stimme voll und ganz zu“) unter anderem folgende Thesen: „Es leben zu viele Ausländer in Deutschland“, „Die meisten Asylbewerber werden in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt“ oder „Die Regierung verschweigt der Bevölkerung die Wahrheit“.

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Die Studie basiert auf repräsentativen Befragungen, die die FES alle zwei Jahre in Auftrag gibt. Sie entstand in Kooperation mit dem Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld.

Karliczek sieht die Schulen in der Pflicht

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht die Schulen in der Pflicht, gegen den Rechtspopulismus in Deutschland vorzugehen. „Vertrauen in die Demokratie kann auch gelernt werden“, sagte sie dem RND. „Dieses Lernen beginnt in der Familie, aber gerade auch die Schule kann hier vieles leisten.“

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), forderte Demokratiebildung fächerübergreifend zu stärken. „Wenn wir von den Schulen erwarten, dass sie fester Grundpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft sind, dann müssen wir sie auch dazu befähigen. Deswegen sind höhere Investitionen in Bildung notwendig“, sagte er.

Lehrergewerkschaft VBE fordert mehr Mittel für politische Bildung

Auch der Chef der Lehrergewerkschaft VBE, Udo Beckmann, fordert angesichts der Ergebnisse der Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung mehr Mittel für die politische Bildung in den Schulen. „Politische Bildung in den Schulen muss hohe Priorität genießen“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Bildungs und Erziehung dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Freitag). „Wenn die Schule einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten soll, dann braucht sie die entsprechenden Ressourcen: Wir haben massiven Lehrermangel, viele arbeiten am Limit – da fehlt oft die Luft für das pädagogisch Notwendige“, sagte der Gewerkschafter.

Beckmann ergänzte: „Auch die Angebote für die Lehrerfortbildung zum Thema politische Bildung sind mau. Es ist verlogen zu sagen: Alle Probleme soll die Schule lösen – und dann stellt man ihr nicht die Mittel zur Verfügung.“ Um etwas zu bewegen, brauche es nicht nur mehr Politikunterricht, sagte er. „Vielmehr ist demokratische Bildung eine Querschnittsaufgabe, die im gesamten Schulalltag eine Rolle spielen muss“, sagte der VBE-Chef. Er fügte hinzu: „Ein demokratischer, weltoffener und menschlicher Umgang miteinander kann ein wichtiges Thema für länger geplante Projekte in den Schulen sein. Doch die kommen aus Mangel an Ressourcen viel zu selten zustande.“

Von RND/ngo/pet mit dpa

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