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Deutschland / Welt Verletzte und Festnahmen bei Randale in Hamburg
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Verletzte und Festnahmen bei Randale in Hamburg
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22:03 30.04.2011
Quelle: dpa
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Am Vorabend des 1. Mai ist es in Hamburg vereinzelt zu Randale gekommen. Zum Abschluss einer Demonstration der linken Szene wurden bei Ausschreitungen zehn Polizisten verletzt. Die Beamten nahmen zwei Demonstranten fest und zwölf weitere in Gewahrsam. Ein Auto ging in Flammen auf, mehrere wurden beschädigt, berichtete Polizeisprecher Holger Vehren. Zudem warfen einige Demonstranten mit Steinen und Glasflaschen auf die Fassade eines Hotels. Gewalttäter setzten mehrere Papierkörbe und Müllcontainer in Brand.

Am Platz der geplanten Abschlusskundgebung im Stadtteil Altona wurde den Zaun einer Baustelle teilweise niedergerissen. Die Polizei verhinderte die Erstürmung des Geländes eines Möbelhauses mit dem Einsatz von Wasserwerfern. Bereits zuvor waren während der Demonstration Feuerwerkskörper gezündet worden.

In Laufe der Nacht könne es zu weiteren Ausschreitungen kommen, sagte ein Polizeisprecher. Im Schanzenviertel war die Polizei mit einem Großaufgebot vertreten, es blieb jedoch zunächst ruhig. Die Geschäfte in dem Stadtteil stellten sich auf eine krawallreiche Nacht ein. Die Scheiben zweier Bankfilialen waren mit Rollläden gesichert, mehrere Schaufenster mit Sperrholzplatten abgedeckt.

Rund 4000 Teilnehmer hatten sich nach Polizeiangaben zuvor vor dem autonomen Kulturzentrum „Rote Flora“ im Schanzenviertel versammelt, um für dessen Erhalt zu demonstrieren. Mit Plakaten und Spruchbändern ausgerüstet waren die Teilnehmer gegen 17 Uhr im Schanzenviertel gestartet. „Was schafft ihr als nächstes ab?“ oder „Ganz Hamburg hasst die Polizei“ war auf den Plakaten der überwiegend schwarz gekleideten Demonstranten zu lesen. Die Teilnehmer skandierten immer wieder „Rote Flora bleibt“ und andere Parolen. Der Eigentümer der Immobilie hatte in den vergangenen Wochen von der Möglichkeit eines Verkaufs gesprochen.

Genervt von der Demonstration und möglichen Ausschreitungen in ihrem Stadtteil waren vor allem die Bewohner des Schanzenviertels. „Ich hasse diese Krawalltouristen“, sagte einer der Anwohner. „Das stört mich tierisch, die machen unser ganzes Viertel kaputt.“ Vereinzelt gab es aber auch Verständnis. „Das gehört einfach dazu, sonst wäre es für mich nicht das Schanzenviertel“, meint Daniel Goncalves, Besitzer eines portugiesischen Restaurants.

Rund um den 1. Mai gibt es in Hamburg traditionell Krawalle. Die Polizei hat sich mit einem Großaufgebot für mögliche Ausschreitungen gewappnet. Nach Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft sind rund 2300 bis 2500 Beamte im Einsatz. Die Hamburger Polizei hat unter anderem Unterstützung von der Bundespolizei und mehreren Hundertschaften aus Bayern bekommen.

Im Bereich um das Schanzenviertel richtete die Polizei ein sogenanntes Gefahrengebiet ein. Darin können die Beamten ohne konkreten Verdacht Menschen durchsuchen oder in Gewahrsam nehmen sowie Platzverweise erteilen. „Wir wollen potenzielle Straftäter frühzeitig erkennen, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt“, sagte ein Polizeisprecher vor der Demonstration. In Teilen Hamburgs kam es wegen der Demonstration und des großen Polizeiaufgebots zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

dpa