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Deutschland / Welt Scheuer wird zum Medienkritiker mit Ente
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Scheuer wird zum Medienkritiker mit Ente
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14:23 05.02.2019
Verkehrsminister Andreas Scheuer mit seiner Ente. Quelle: Screenshot Twitter/Bundesverkehrsministerium
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Berlin

„Und sie hat wieder zugeschlagen – die Ente des Tages.“ Mit diesen Worten eröffnet Verkehrsminister Andreas Scheuer sichtlich amüsiert eine Videobotschaft, die das Verkehrsministerium auf Twitter verbreitet hat.

Mit der großen, gelben Gummi-Ente in der Hand spielt Scheuer darin auf eine vermeintliche Falschmeldung an: „Meldungen in Nachrichtenagenturen lauten: Das Verkehrsministerium ist für eine Erhöhung der Spritpreise.“

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Und die Ente ist nicht zufällig Teil von Scheuers Darbietung, denn im Journalismus werden Falschmeldungen umgangssprachlich als „Ente“ bezeichnet.

Inhalt des Videos wirft Fragen auf

An der humorvollen Kritik gibt es allerdings ein Problem: Lediglich eine Agentur hat eine entsprechende Nachricht verbreitet. Im Gespräch mit dem „Deutschlandfunk“ bestätigte das Ministerium, dass sie im Video nur auf eine Reuters-Meldung anspielen.

Und nicht nur die Quelle der Meldung, sondern auch der Inhalt: „Verkehrsministerium rechnet mit Spritpreis von 2,10 Euro bis 2030“, zitiert Scheuer aus der Meldung. Dabei handelt es sich um eine bereits länger bestehende Prognose, die sich die Nachrichtenagentur durch das Verkehrsministerium bestätigen ließ.

Scheuer allerdings sagt im Video, die Zahlen stammten von „von Gutachtern, also nicht von Mitarbeitern dieses Hauses, sondern von Gutachtern.“

Die Rubrik „Ente des Tages“ ist im Zusammenhang mit einem neuen Frageformat für Bürger entstanden. Dadurch wird aus dem Verkehrsminister unfreiwillig ein Medienkritiker. Die Premiere lief in Bezug auf die Fakten allerdings wenig stichhaltig.

Das merken auch die Twitter-Nutzer schnell und verbreiten das Video weiter. Die Kommentare fallen dabei allerdings nicht immer zu Gunsten des Verkehrsminister aus.

So kritisiert ein User etwa, dass es sich bei der neuen PR-Zentrale des Ministeriums nicht um einen handelsüblichen Newsroom handelt, sondern der Ort bewusst „Neuigkeitenzimmer“ genannt wird.

Ein weitere beginnt seinen Post mit den Worten: „Ente süß-sauer“ und weist schnell auf die inhaltlichen Fehler hin.

“Wie der Bundesverkehrsminister aus einer Agenturmeldung seine #EntedesTages bastelt“ schreibt Twitter-Nutzer Burkhard Schäfer über das Video von Verkehrsminister Scheuer und der gelben Gummi-Ente.

Von RND/lf