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Deutschland / Welt Jeder zweite Deutsche will grünen Kanzlerkandidaten
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14:11 07.06.2019
Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck: Kanzleramt im Blick? Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Berlin

Nach ihrem Rekordergebnis bei der Europawahl setzen die Grünen ihren Höhenflug auch in den Umfragen zur Bundestagswahl ungebremst fort.

Im ARD-„Deutschlandtrend“ landeten sie am Donnerstag mit 26 Prozent (plus 6 im Vergleich zum Vormonat) erstmals auf Platz eins vor der Union mit 25 Prozent (minus 3). Auch in der jüngsten Forsa-Umfrage hatten sie die CDU/CSU vor wenigen Tagen bereits überholt. Im ZDF-„Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen liegen sie mit 26 Prozent noch knapp hinter der Union mit 27 Prozent.

Inzwischen wünscht sich fast jeder Zweite, dass die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl mit einem Kanzlerkandidaten antreten.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 46 Prozent dafür und nur 35 Prozent dagegen, während 19 Prozent keine Angaben machen. Von den Wählern der Grünen sind sogar 86 Prozent für die Nominierung eines Kanzlerkandidaten.

SPD im freien Fall

Dagegen halten weniger als ein Drittel der Befragten (30 Prozent) noch einen SPD-Kanzlerkandidaten für angebracht. 47 Prozent meinen dagegen, die Sozialdemokraten sollten lieber darauf verzichten. Nur unter den Wählern der SPD selbst haben die Befürworter einer Kanzlerkandidatur mit 48 zu 33 Prozent noch die Oberhand.

Die SPD sackt nach ihrer Europawahl-Pleite und dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles weiter ab. Ihr Wert sinkt im „Deutschlandtrend“ um sechs Punkte auf den Tiefstwert von 12 Prozent. Damit liegt sie sogar hinter der AfD mit 13 Prozent (plus 1). Die FDP liegt unverändert bei 8 Prozent, die Linke verliert zwei Punkte und kommt auf sieben Prozent.

Im ZDF-Politbarometer sackte die SPD ebenfalls auf ein Rekordtief von 13 Prozent (minus 3 Prozentpunkte). Auf den gleichen Wert kommt die AfD. Linke und AfD erreichen je 7 Prozent.

Die Grünen werden schnell an ihre Grenzen kommen“

Die Grünen hatten bei der Europawahl mit 20,5 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl eingefahren. SPD und Union mussten dagegen ihre bisher schlechtesten Ergebnisse hinnehmen. 

Am vergangenen Sonntag kündigte SPD-Partei- und -Fraktionschefin Andrea Nahles ihren Rücktritt an und brachte damit auch das schwarz-rote Bündnis ins Wanken. Die Wahlperiode läuft eigentlich noch bis 2021.

Der Höhenflug der Grünen stellt die Partei nach Einschätzung von Ex-Innen- und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) vor große Probleme. De Maizière sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND):

Die Grünen werden schnell an ihre Grenzen kommen. Es gibt jetzt den Anspruch vieler Wähler an sie, Volkspartei zu sein. Aber sie haben für sich selbst noch kein Selbstverständnis als Volkspartei.“

In der Außen- und Sicherheitspolitik sowie bei der Inneren Sicherheit sei das Politikangebot der Grünen noch nicht so breit wie die Breite ihrer Wähler. „Da haben sie ein Problem“, sagte de Maizière.

„Entweder werden sie eine Volkspartei, dann müssen sie Kompromisse machen und dadurch zwangsläufig auch an Profil verlieren. Oder sie machen das nicht, dann fallen sie auch in der Zustimmung wieder zurück.“

Die Mehrheit der Deutschen will wieder wählen

Mit der Arbeit der Bundesregierung sind laut „Deutschlandtrend“ inzwischen fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) weniger oder gar nicht zufrieden. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Zufrieden oder sehr zufrieden äußerten sich nur 28 Prozent.

Angesichts der aktuellen Koalitionskrise ist nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov eine Mehrheit von 52 Prozent für ein Neuwahl des Bundestags, nur 27 Prozent plädieren für eine Fortsetzung des Bündnisses von Union und SPD.

Die sogenannte große Koalition ist der Umfrage zufolge von allen möglichen Bündnis-Optionen inzwischen diejenige, die am wenigsten gewollt wird. Nur neun Prozent der Befragten würden sich für diese Option entscheiden, wenn sie es sich aussuchen könnten.

Die beliebteste Koalition ist dagegen eine aus Grünen, SPD und Linke mit 25 Prozent Zustimmung - vor „Jamaika“ (Union, Grüne und FDP) mit 15 Prozent und Schwarz-Grün (Union und Grüne) mit 14 Prozent. Von den Wählern der Grünen wünschen sich sogar 54 Prozent ein Bündnis mit SPD und Linkspartei und nur 25 Prozent Schwarz-Grün.

Lesen Sie auch: Annalena Baerbock und Robert Habeck – ohne Machtwillen an die Macht?

Von RND/dpa

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