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Deutschland / Welt Große Mehrheit für Abzug der US-Atombomben aus Deutschland
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Große Mehrheit für Abzug der US-Atombomben aus Deutschland
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12:16 22.04.2019
Demonstranten Ende März in Büchel, wo sich noch US-Atomwaffen befinden. Quelle: Thomas Frey/dpa
Berlin

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist für einen Abzug aller US-Atombomben aus Deutschland. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur dpa sprachen sich 59 Prozent dafür aus und nur 18 Prozent dagegen.

Nach Expertenschätzung sind noch etwa 20 US-Atombomben auf einem Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel stationiert. Im Ernstfall sollen sie von deutschen „Tornado“-Kampfjets abgeworfen werden. Die Bedrohung durch Atomwaffen ist eines der Hauptthemen der diesjährigen Ostermärsche, die am Montag zu Ende gehen.

Die Kündigung des INF-Vertrags über das Verbot von atomaren Mittelstreckenraketen hat Befürchtungen geschürt, dass eine neue atomare Rüstungsspirale in Gang kommen könnte. Die Angst vor einem Atomkrieg ist dadurch der YouGov-Umfrage zufolge aber nicht größer geworden. Zwar sagten 22 Prozent der Befragten, dass sie einen Atomkrieg in den kommenden zehn Jahren für wahrscheinlich halten. Bei einer YouGov-Umfrage vor der Kündigung des INF-Vertrags Ende 2017 waren es aber noch 32 Prozent.

Mehrheit für Unterzeichnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen

Eine Mehrheit der Befragten verlangt von der Bundesregierung die Unterzeichnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen. 53 Prozent sind dafür, 21 Prozent dagegen. Der Vertrag war im Juli 2017 von fast zwei Dritteln der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossen worden. Alle Atommächte und fast alle Nato-Staaten inklusive Deutschland boykottierten die Verhandlungen.

Die Bundesregierung begründet ihre Haltung damit, dass ein solcher Vertrag keinen Sinn macht, solange nicht alle Atommächte beitreten.Sie setzt auf eine schrittweise atomare Abrüstung auf anderen Wegen.

Von RND/dpa