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Deutschland / Welt USA: Türkei verlangt Auslieferung eines Kurdengenerals
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15:53 25.10.2019
Der türkische Justizminister Abdulhamit Gül verlangt von den USA die Auslieferung des kurdischen Generals Maslum Abdi, falls der in die USA reist. Quelle: picture alliance / Ritzau Scanpi
Istanbul

Die Türkei verlangt von den USA die Auslieferung des kurdischen Kommandeurs der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi. Sollte er amerikanischen Boden betreten, müsse er der Türkei übergeben werden, sagte der türkische Justizminister Abdulhamit Gül türkischen Medien zufolge am Freitag während eines Besuches in der südosttürkischen Grenzprovinz Sanliurfa.

Die SDF werden von der Kurdenmiliz YPG dominiert und waren ein enger Verbündeter der USA im Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Es ist die Rede von einer baldigen Reise Abdis in die USA. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch getwittert, er freue sich darauf, den General "bald zu sehen". Tags darauf twitterte er: "Ich habe meine Unterhaltung mit General @MazloumAbdi wirklich genossen. Ihm gefällt, was wir getan haben". Aus dem Tweet ging nicht hervor, ob Trump mit Abdi telefoniert oder ihn getroffen hat.

"Amerika muss Abdi ausliefern"

Das Thema habe man schon am Donnerstag mit Behörden in den USA besprochen, sagte Gül. "Die USA sollten nicht in irgendeiner Form mit dieser Person in Kontakt treten und sind verpflichtet, ihn festzunehmen und an die Türkei auszuliefern, sollte er amerikanischen Boden betreten", sagte Gül. Es gebe einen Interpol-Haftbefehl gegen Abdi, der auch unter den Namen Ferhat oder Ferhad Abdi Sahin oder Maslum Kobane bekannt ist.

Die Türkei betrachtet die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Abdi steht in der Türkei auf einer sogenannten roten Terrorfahndungsliste.

Die Türkei hatte am 9. Oktober eine Militäroffensive gegen die YPG im syrisch-türkischen Grenzgebiet begonnen. Sie wollte einen syrischen Grenzstreifen erobern und die Kurdenmilizen daraus verdrängen. In den vergangenen Tagen waren zwei Waffenruhe-Abkommen mit den USA und Russland in Kraft getreten, die der YPG die Gelegenheit geben sollen, abzuziehen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nannte es während eines Besuchs in Baku am Freitag "inakzeptabel", dass sich die USA als Verbündeter der Türkei mit einem "Terroristen" träfen.

Auch Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am späten Donnerstag im Interview des Staatssenders TRT zum Thema geäußert. Die Türkei habe ein Auslieferungsabkommen mit den USA. "Amerika muss diesen Mann an uns ausliefern", sagte er. Erdogan wird US-Präsident Donald Trump am 13. November besuchen, wie er in dem Interview bestätigte.

Diplomatische Verstimmungen auch zwischen Türkei und Deutschland

Diplomatische Verstimmungen gibt es derzeit auch erneut zwischen der Türkei und Deutschland. Außenminister Heiko Maas will am Samstag nach Ankara reisen, um über die Lage in Nordsyrien nach dem türkischen Einmarsch, die humanitäre Situation und über Flüchtlinge zu beraten, wie ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin mitteilte. Ziel sei, das Leid der Zivilbevölkerung zu mindern. Maas wolle auch über die türkischen Ziele im weiteren politischen Prozess für Syrien sprechen.

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu warnte Maas davor, die Türkeizu belehren. "Lieber @HeikoMaas, ich freue mich auf Deinen Besuch in der Türkei", twitterte er auf Deutsch. "Du bist uns immer willkommen. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. Wer die Türkei belehrt, muss mit einer entsprechenden Antwort rechnen", fügte er hinzu.

Damit antwortete Cavusoglu auf einen Tweet von Maas, in dem er verlangt hatte, die Waffenruhe in Nordsyrien einzuhalten und die Zivilbevölkerung zu schützen. "Beim Umgang mit Geflüchteten muss die Türkei internationales Recht einhalten", betonte Maas und fügte hinzu: "Und sie muss den politischen Prozess unterstützen statt ihn zu torpedieren."

RND/dpa/epd

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