Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Syrien: Hunderte IS-Unterstützer entkommen aus kurdischem Lager
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Syrien: Hunderte IS-Unterstützer entkommen aus kurdischem Lager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:35 13.10.2019
Rauchschwaden steigen in der syrischen Provinz Tall Abyad an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien als Folge von Angriffen der türkischen Armee auf. Quelle: Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Im umkämpften Nordosten Syriens sind Hunderte Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat aus einem Lager ausgebrochen. 950 IS-Unterstützer seien am Sonntag entkommen, nachdem sie Wärter angegriffen und Tore gestürmt hätten, berichteten syrisch-kurdische Behörden. Türkische Kampfflugzeuge hätten Dörfer in der Nähe des Lagers angegriffen und Lagerbewohner seien geflohen, als Kämpfe zwischen von der Türkei unterstützten syrischen Kämpfern und kurdischen Kämpfern ausgebrochen seien, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien.

In dem etwa 35 Kilometer südlich der Grenze gelegenen Lager in Ain Issa sind etwa 12.000 Menschen untergebracht, darunter etwa 1000 Frauen und Witwen von IS-Kämpfern und deren Kinder. Dschelal Ajaf, ein ranghoher Mitarbeiter des Lagers, berichtete örtlichen Medien, dass 859 Menschen aus der Abteilung geflohen seien, in der Ausländer untergebracht seien. Einige seien wieder gefangen worden. Unterstützer im anderen Teil des Lagers seien ebenfalls entkommen und verübten Angriffe. Er beschrieb die Lage als "sehr volatil".

Die syrischen Kurden standen im Kampf gegen die Terrormiliz an der Seite der USA. Die Haftlager könnten sie möglicherweise nicht länger kontrollieren, warnten die Kurden nach Beginn des Einmarschs der türkischen Truppen in Nordsyrien.

Mehr zum Thema

Merkel fordert “umgehende Beendigung” der türkischen Syrienoffensive

Trump zieht alle US-Soldaten ab

Präsident Donald Trump wies alle US-Soldaten an, sich aus Nordsyrien zurückzuziehen, wie sein Verteidigungsminister Mark Esper mitteilte. Sie sollten sich dem blutigen Konflikt fern halten, der "stündlich schlimmer" werde. Esper gab zwei Fernsehinterviews. Über die Türken sagte er: "In den vergangenen 24 Stunden erfuhren wir, dass sie wahrscheinlich beabsichtigen, ihren Angriff weiter nach Süden auszudehnen als ursprünglich geplant - und nach Westen." Er äußerte die Vermutung, dass die Kurden eine Vereinbarung mit der syrischen Armee und Russland treffen würden, um einen Gegenangriff zur türkischen Offensive zu starten.

Die Lage verschlechtere sich rapide, erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus US-Militärkreisen. Durch den Vormarsch der Türkei bestehe die Gefahr, dass US-Soldaten am Boden von den kurdischen Kämpfern abgeschnitten würden, mit denen sie bislang verbündet waren. Die USA und die Kurden hätten nicht mehr die Kontrolle über die Kommunikationsverbindungen.

Mehr zum Thema

Syrien: Trump rät Kurden zum Rückzug

Warnungen vor humanitärer Katastrophe

Mindestens 130.000 Menschen flohen seit Beginn der türkischen Offensive am Mittwoch, wie die Vereinten Nationen meldeten. In der nach Beschuss beschädigten Stadt Hasaka könnten Techniker nicht auf eine Wasserpumpstation zugreifen. Damit hätten 400.000 Menschen Probleme, an Wasser zu kommen - 82.000 davon in Flüchtlingslagern. Die kurdisch geleitete Verwaltung in der Region warnte vor einer humanitären Katastrophe. Wegen der Gefechte kämen weniger Hilfsmittel.

Die Türkei rückte in Syrien vor. Das türkische Verteidigungsministerium twitterte, es habe die Kontrolle über die Hauptfernstraße zwischen Hasaka und dem kurdischen Verwaltungszentrum Ain Issa unter seine Kontrolle gebracht. Um den Ort Suluk wurde schwer gekämpft. Eine türkische Agentur schrieb, mit der Türkei verbündete syrische Kämpfer hätten ihn eingenommen, wohingegen Vertreter der Kurden sagten, die Kämpfe dauerten an.

Mehr zum Thema

Der türkisch-kurdische Konflikt erreicht Deutschland

Trump: USA könnten vermitteln zwischen Türkei und Kurden

RND/AP

Der rechtsextreme Attentäter von Halle inszenierte seine Tat im Internet wie ein Videospiel. Bundesinnenminister Horst Seehofer sorgte mit Äußerungen zur “Gamerszene”, die er stärker überwachen will, nun für Kritik und Spott. Kritiker warfen Seehofer vor, mit seinen Aussagen vom Problem des Rechtsextremismus abzulenken.

13.10.2019

Auf ihrer Jahresversammlung, dem Deutschlandtag, macht die Junge Union ihre Präferenzen deutlich: Sie umjubelt Friedrich Merz, zollt Annegret Kramp-Karrenbauer Respekt und lässt Jens Spahn abtropfen. Kramp-Karrenbauer zeigt sich unbeirrt und warnt, die CDU dürfe sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen. Der Parteinachwuchs setzt einen neuen Entscheidungsmechanismus auf die Agenda: die Urwahl.

13.10.2019

Nach dem rechtsextremen und antisemitischen Anschlag von Halle ist eine Debatte um den Schutz der dortigen Synagoge entbrannt. Die Jüdische Gemeinde beklagt, in der Vergangenheit sei ihr mehrfach Polizeischutz verweigert worden, Sachsen-Anhalts Innenminister bestreitet das. Dafür wird er nun vom Zentralrat der Juden kritisiert.

13.10.2019