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Deutschland / Welt Südkoreanischer Ex-Minister setzt sich nach Nordkorea ab
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Südkoreanischer Ex-Minister setzt sich nach Nordkorea ab
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13:31 09.07.2019
Drei nordkoreanische Soldaten an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Dass sich Südkoreaner in den Norden absetzen, passiert äußerst selten. Quelle: Lee Jin-Man/AP/dpa
Seoul

Mehr als 30 Jahre nach der Übersiedlung des früheren südkoreanischen Außenministers Choe Dok Shin ins kommunistische Nordkorea hat dessen Sohn offensichtlich den gleichen Schritt getan. Choe In Guk (72) sei bereits am Samstag in Pjöngjang eingetroffen, teilte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul am Dienstag mit. Choe habe aber nicht die erforderliche Reisegenehmigung der Regierung für einen Grenzübertritt nach Nordkorea gehabt. Über eventuelle Absichten zum Überlaufen sei nichts bekannt gewesen. Südkoreaner, die ohne Genehmigung ins Nachbarland reisen, machen sich laut Gesetz strafbar.

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Propaganda-Coup für Pjöngjang

Die offizielle nordkoreanische Propaganda-Website „Uriminzokkiri“ hatte dagegen Choe mit den Worten zitiert, er wolle sich permanent in Nordkorea niederlassen, um den Wunsch seiner Eltern zu erfüllen, dort zu leben und sich für die Wiedervereinigung einzusetzen.

Die Übersiedlung gilt auch als Propaganda-Coup für das abgeschottete Nordkorea, aus dem jedes Jahr zahlreiche Menschen wegen Unzufriedenheit mit der Regierung oder Armut flüchten. Berichte über Südkoreaner, die sich in den Norden absetzen, sind eher selten.

Ein Foto der BBC auf Twitter zeigt den südkoreanischen Ex-Minister Choe In Guk bei seiner Ankunft in Pjöngjang:

Seit 2013: 15 Südkoreaner nach Nordkorea abgesetzt

Es sei bekannt, dass sich 15 Südkoreaner seit 2013 nach Nordkorea abgesetzt hätten, sagte die Ministeriumssprecherin. Choe In Guk sei seit 2001 mehrmals mit Genehmigung nach Nordkorea gereist, entweder zu offiziellen innerkoreanischen Veranstaltungen oder aus persönlichen Gründen.

Der jetzige Schritt Choes macht auch deshalb Schlagzeilen, weil er der Sohn eines früheren Ministers ist. Choe Dok Shin war in den 1980er Jahren mit seiner Frau nach Nordkorea ausgewandert, nachdem sie bereits 1976 in die USA übergesiedelt waren. Choe war von 1961 bis 1963 Außenminister unter dem Militärdiktator Park Chung Hee. Choe starb 1989 in Nordkorea, seine Frau starb vor drei Jahren.

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Von RND/dpa