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Deutschland / Welt Südkorea feuert Warnschüsse auf russisches Militärflugzeug
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Südkorea feuert Warnschüsse auf russisches Militärflugzeug
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10:36 23.07.2019
ARCHIV - Ein Mitglied der südkoreanischen Küstenwache beobachtet die Felseninselkette Dokdo von einem Patrouillenschiff aus. Quelle: Ahn Young-Joon/AP/dpa
Seoul

Südkoreas Streitkräfte haben nach Behördenangaben Warnschüsse gegen mindestens ein russisches Militärflugzeug abgegeben, das den Luftraum des ostasiatischen Landes verletzt habe.

Die russische Maschine sei am Dienstagmorgen (Ortszeit) in den Luftraum Südkoreas vor der Ostküste nahe der Felseninselkette Dokdo eingedrungen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Nach Berichten südkoreanischer Medien handelte es sich um einen russischen Bomber.

Die südkoreanischen Luftstreitkräfte hätten als Reaktion auf den Vorfall eigene Kampfjets gestartet, die die Warnschüsse abgefeuert hätten, sagte der Sprecher. Weitere Details waren zunächst unklar.

Militärmanöver von Russland und China?

Die Militärmaschine, die den Luftraum verletzt habe, habe zuvor neben anderen russischen Kampflugzeugen ohne Vorankündigung die sogenannte Luftraumüberwachungszone Südkoreas durchquert, hieß es. Auch chinesische Militärflugzeuge seien in diese Zone eingedrungen. Ob es sich um ein gemeinsames Manöver der russischen und chinesischen Streitkräfte handelte, war zunächst unklar.

Nach den Warnschüssen durch südkoreanische Kampfjets habe das russische Flugzeug das Gebiet zunächst verlassen, sei später aber zurückgekehrt, so ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, der gemäß den Richtlinien der Behörde anonym bleiben wollte. Das russische Flugzeug habe das Feuer nicht erwidert, sagte der Sprecher. Es ist laut Seoul der erste derartige Zwischenfall zwischen den beiden Ländern.

Russland: Flugzeug hat südkoreanischen Luftraum nicht verletzt

Russland bestritt dagegen, dass eins seiner Militärflugzeug in den südkoreanischen Luftraum eingedrungen sei. Der geplante Flug zweier russischer Bomber sei über neutralen Gewässern des Japanischen Meeres durchgeführt worden, teilte das Außenministerium in Moskau am Dienstag mit. Es seien auch keine Warnschüsse von südkoreanischen Kampfjets abgegeben worden. „Wenn russische Piloten eine Sicherheitsbedrohung verspüren würden, würde die Antwort nicht lange auf sich warten lassen.“

Nach Darstellung Russlands näherten sich den russischen Flugzeugen in der Nähe der Inselkette zwei südkoreanische Kampfjets, „die unprofessionelle Manöver ausführten, dabei den Kurs eines russischen strategischen Bombers mit Luft-Boden-Raketen kreuzten und damit eine Gefahr für ihre Sicherheit schufen“. Die südkoreanischen Piloten hätten auch keinen Kontakt zu den russischen Maschinen gehabt.

„Es war nicht das erste Mal, dass südkoreanische Piloten erfolglos versuchten, russische Flugzeuge daran zu hindern, über die neutralen Gewässer des Japanischen Meeres zu fliegen“, so das russische Ministerium. Es nannte dies eine Luftverteidigungszone, die von südkoreanischer Seite spontan festgelegt worden sei. Solche „Zonen“ seien nicht durch internationale Regeln festgelegt.

Seoul lädt Botschafter vor

Südkorea hatte 2013 erklärt, seine eigene „Identifikationszone zur Luftverteidigung“ (ADIZ) in südlicher Richtung zu erweitern. Hintergrund war damals der Streit um Gebietsansprüche im Ostchinesischen Meer. Seitdem gab es häufig Verletzungen der Zone durch russische und chinesische Flugzeuge.

Das Verteidigungsministerium in Seoul plane, Vertreter der russischen und chinesischen Botschaften im Laufe des Dienstags einzuberufen, um formell Beschwerde einzulegen, so der Beamte.

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Von RND/dpa/AP