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Deutschland / Welt Studie zeigt schlechtere Chancen von Migranten auf dem Arbeitsmarkt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Studie zeigt schlechtere Chancen von Migranten auf dem Arbeitsmarkt
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12:33 15.10.2009
Selbst bei gleichem Bildungsniveau haben Kinder von Migranten in Deutschland schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Selbst bei gleichem Bildungsniveau haben Kinder von Migranten in Deutschland schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Quelle: afp (Archiv)
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So haben in Deutschland demnach 90 Prozent der 20- bis 29-jährigen hochqualifizierten Männer ohne Migrationshintergrund einen Arbeitsplatz, während es in der Gruppe der jungen Männer mit Migrationshintergrund nur 81 Prozent sind.

Für die Studie wurde die Situation von in Deutschland aufgewachsenen Kindern von Migranten mit derjenigen von jungen Menschen verglichen, die zumindest ein im Inland geborenes Elternteil haben. Dieser Vergleich ist laut OECD ein wichtiger Indikator für den Integrationserfolg, da sowohl die Nachkommen von Migranten als auch die Gruppe ohne Migrationshintergrund ihre gesamte Sozialisation und Ausbildung im gleichen Land erfahren haben. Die OECD analysierte die Integration von Migrantenkindern in 16 OECD-Ländern.

Die Untersuchung zeigte mit Blick auf die Ausbildung von Migranten ein ähnliches Bild wie die PISA-Schulstudien. Unter den 20- bis 29-Jährigen mit Migrationshintergrund ist der Anteil der Geringqualifizierten ohne Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung doppelt so hoch wie in der gleichen Altersgruppe ohne Migrationshintergrund.

Überrascht zeigten sich OECD-Experten aber vor allem darüber, dass die Nachkommen von Migranten auch bei gleichem Bildungsstand schlechtere Chancen haben. Dieser Befund überrasche, da beide Gruppe ihre Bildungsabschlüsse in der Regel im Inland erworben hätten, erklärte OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig. Eine Erklärung könnte seiner Ansicht nach sein, dass auf dem Arbeitsmarkt die Erwartung vorherrsche, dass Migranten und deren Nachkommen eher gering qualifiziert seien. Deren Bildungserfolge würden noch nicht ausreichend honoriert, kritisierte Liebig.

afp