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Deutschland / Welt Spahn wirbt um Fachkräfte aus dem Kosovo
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Spahn wirbt um Fachkräfte aus dem Kosovo
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20:23 15.07.2019
Jens Spahn (CDU, 2.v.l), Bundesgesundheitsminister, trifft Pflegeschüler in Pristina. Quelle: Xander Heinl/Photothek/BMG/dpa
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Berlin

Um die Pflege steht es in Deutschland nicht besonders gut: Bis zu 40000 Fachkräfte fehlen heute für eine adäquate Versorgung von Pflegebedürftigen. Um den Mangel zu bekämpfen, hat die GroKo einen Maßnahmenkatalog geschnürt. Am Montag ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den Kosovo gereist. Die Bundesregierung will vom Balkan massiv neue Pflegekräfte ins Land holen.

Auf 100 offene Stellen in Pflegeberufen bewerben sich bundesweit im Schnitt 19 Interessenten. Bei aktuell 3,4 Millionen (Statistisches Bundesamt) verheißt das nichts Gutes. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen dürfte bei einer alternden Gesellschaft weiter zunehmen.

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Spahn hat im Kosovo mit seinem Amtskollegen Uran Ismajli eine Vereinbarung zur Anwerbung von Pflegekräften unterzeichnet. „Besonders im Kosovo und in Albanien gibt es ein gutes Potenzial an jungen Fachkräften“, hatte er kürzlich erklärt. „Dort ist die Pflegeausbildung deutlich besser, als wir denken.“

Pflegebevollmächtigter begrüßt Spahns Engagement

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (CDU), begrüßte die Bemühungen Spahns. Er rief die Bundesregierung dazu auf, schneller Visa für einwanderungswillige Pflegekräfte zu erteilen. Es sei „unerträglich, dass man innerhalb der deutschen Botschaft nicht alles daran wirft, die Visa zu beschleunigen“, sagte er im „Morgenmagazin des ZDF.

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Das Außenministerium solle auch prüfen, ob die Visumsvergabe nicht aus den Botschaften nach Deutschland verlagert werden könnte. Ob eine Pflegekraft dauerhaft in Deutschland bleibe, hänge vor allem davon ab, ob die Kollegen sie hier wertschätzend empfangen und gut einarbeiten. Außerdem seien gute Sprachkenntnisse entscheidend für eine gelingende Integration.

Dass die Pflegekräfte künftig womöglich im Kosovo fehlten, räumte Westerfellhaus ein. Die Pflegekräfte könnten in Deutschland aber „womöglich Qualifikationen für die Zukunft des Kosovo“ gewinnen.

Im Gesundheitssystem des Kosovo steht es nicht zum besten

Im kosovarischen Gesundheitssystem steht es schon heute nicht zum besten. Blerim Syla, Direktor des Verbands der Gesundheitsgewerkschaften sagt: „Eine Krankenschwester muss sich heute um bis zu 60 Patienten kümmern. Zudem liegt das Durchschnittsalter des Pflegepersonals bereits bei 53 Jahren.“

Die deutsch-kosovarische Pflegehochschule in Pristina – für viele ein Sprungbrett Richtung Mitteleuropa – ist dennoch gut gebucht, obwohl eine Ausbildung dort 5000 Euro kostet. Für die kosovarische Verhältnisse ein kleines Vermögen.

Die „Rekrutierungsreise“ Spahns in den Kosovo ist ein Teil der „Konzertierten Aktion Pflege“, mit der die Bundesregierung die „Pflegelücke“ schließen will. Dazu gehört auch, die Arbeitsbedingungen in der Pflege allgemein attraktiver zu machen. So könnten auch gelernte Pflegekräfte, die nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten, zur Rückkehr in ihre alte Profession motiviert werden.

Außerdem plant die GroKo die Einführung eines Mindestgehalts in der Altenpflege. „Gute 14 Euro in der Stunde müssten es schon sein“, hatte Spahn erklärt. Das entspräche einem Bruttolohn von etwa 2500 Euro. In der Krankenpflege liegen die Bezüge in der Regel höher.

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Von Christian Burmeister/RND

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