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Deutschland / Welt „Wir schwänzen nicht – wir streiken, weil wir etwas bewegen wollen“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Wir schwänzen nicht – wir streiken, weil wir etwas bewegen wollen“
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17:22 25.01.2019
Unter dem Motto „Fridays for future“ demonstrieren Schüler heute in Berlin und fordern, die Politik solle mehr gegen den Klimawandel tun. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa


Herr Steinmetz, mit vielen anderen Schülern demonstrieren Sie an diesem Freitag mit der Aktion „Fridays for Future“ vor dem Wirtschaftsministerium, in dem die Kohlekommission tagt. Schwänzen für den Kampf gegen den Klimawandel – ist das wirklich eine gute Idee?

Ich ärgere mich immer ein bisschen, wenn irgendwo behauptet wird, wir würden schwänzen. Im Duden heißt es, dass es sich um Schwänzen handelt, wenn man dem Unterricht fernbleibt, weil man keine Lust dazu hat. Darum geht es bei uns aber nicht. Wir schwänzen nicht – wir streiken, weil wir etwas bewegen wollen.


Okay, anders formuliert: Warum müssen Sie dem Unterricht fernbleiben, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren? Das könnten Sie doch auch engagiert in Ihrer Freizeit tun.

Wir freuen uns natürlich über jeden, der sich auch außerhalb der Unterrichtszeit in dieser Sache engagiert. Mit unserem Protest wollen wir aber auch symbolisch etwas klar machen: Wenn die Erwachsenen beim Kampf gegen den Klimawandel nicht endlich entscheidende Schritte unternehmen, dann kann für uns alle der Schulbesuch sinnlos werden. Die Erwachsenen haben eine moralische Pflicht, unsere Zukunft zu sichern. Wenn sie dieser Pflicht nicht nachkommen, warum sollten dann nicht auch wir unsere Pflicht – den Schulbesuch – mal auslassen?


„Mit Schulschwänzen den Klimawandel zu bekämpfen, ist in etwa so sinnvoll, wie mit dem Staubsauger durch die Sahara zu laufen“, meinen Vertreter von Schüler Union und Junger Union. Diese Jungpolitiker fordern, das Wegbleiben vom Unterricht solle konsequent geahndet werden.

Ich finde es belustigend, dass die Junge Union sich querstellt, wenn es Jugendlichen gelingt, sich gemeinsam in die politische Debatte einzubringen. Was sollen denn so verwirrende Metaphern bewirken? Ein bisschen Solidarität unter allen jungen Menschen wäre schön.

Schüler Linus Steimetz. Quelle: privat


Haben Ihre Lehrer mehr Verständnis?

Ich verstehe es, wenn meine Lehrer klarstellen müssen: „Das ist nicht erlaubt – und dafür bekommt ihr einen unentschuldigten Fehltag auf dem Zeugnis eingetragen.“ Damit kann ich leben: Das ist dann halt der Preis für das Engagement für eine wichtigere Sache. Bei vielen Lehrern merke ich auch, dass sie mit der Sache sympathisieren. Sie finden es gut, wenn wir uns für etwas einsetzen. Auch meine Eltern unterstützen meine Haltung voll und ganz.


Vorbild für die Streiks ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Sie streikt jeden Freitag. Das wäre Ihnen dann aber doch zu viel, oder?

Ich finde es toll, dass Greta das macht, und bewundere ihren Einsatz. Für mich ist klar, dass es am Freitag nicht mein letzter Streiktag sein wird. Für uns als Bewegung ist es vor allem wichtig, an bestimmten Tagen viele Schüler zu organisieren. Sonst gehe ich freitags ganz normal zur Schule. Bildung ist wichtig. An diesem Tag habe ich zum Beispiel Englischunterricht. Das macht mir Spaß, den verpasse ich gar nicht gern.

Lesen Sie auch einen Kommentar: Warum wir beim Klimaschutz scheitern

Von Tobias Peter/RND

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