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Deutschland / Welt Das gefährliche Spiel der Andrea Nahles
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Das gefährliche Spiel der Andrea Nahles
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12:15 29.05.2019
SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles: die Gruppe der Gegner wächst. Quelle: imago images / IPON
Berlin

Man kann Andrea Nahles manches vorwerfen, eine Sache allerdings nicht: Dass sie das Ränkespiel der politischen Macht nicht beherrschen würde. Mit ihrem überraschenden Schachzug, sich in der kommenden Woche erneut als Fraktionschefin zur Wahl zu stellen, hat Nahles einen politischen Coup gelandet.

Sie will jetzt klären, wer stärker ist, sie oder ihre Widersacher. Sie zwingt die Rivalen dafür auf die offene Bühne. Steht auf, wenn ihr gegen mich seid, oder seid endlich ruhig – das ist die Botschaft hinter dem Schritt.

Ihre Gegner hat die SPD-Chefin damit kalt erwischt. Deren ursprünglicher Zeitplan ist dahin, sie müssen sich nun schnell sortieren.

Für Triumph-Geheul im Nahles-Lager ist es dennoch zu früh. Zwar ist die zuletzt schwer angeschlagene Chefin wieder in die Offensive gekommen, der Preis, den sie dafür bezahlt, ist aber hoch. Das öffentliche Bild der SPD ist desaströs, die Gräben innerhalb der Partei werden tiefer, schlimmstenfalls droht der Fraktion die Spaltung. Und gewonnen hat Nahles die Wahl noch lange nicht.

Die Zahl der Gegner wächst

Es gibt nur eine sehr kleine Zahl an Abgeordneten, auf deren bedingungslose Loyalität sie zählen kann. Der Großteil der Fraktion steht in einem bestenfalls distanzierten Verhältnis zur Chefin. Und die Gruppe ihrer Gegner wächst.

Das liegt vor allem an Nahles selbst. Es sind nicht die internen Führungsqualitäten, die der SPD-Frau angekreidet werden. Selbst Kritiker geben zu, dass Nahles – vom unglücklichen Agieren in der Causa Maaßen mal abgesehen – viele Konflikte erfolgreich entschärft hat.

Es sind ihre bisweilen arg verunglückten öffentlichen Auftritte, zuletzt bei der Wahlkampfschlusskundgebung in Bremen, die die Gegner nicht mehr ertragen. Selbst Wohlwollende haben wenig Verständnis dafür, dass sich eine Frau, die nach innen so hart und diszipliniert arbeitet, nach außen so wenig im Griff hat.

Das Bild von Andreas Nahles in der Öffentlichkeit gilt als irreparabel beschädigt. Viele in der SPD haben den Glauben daran verloren, dass es mit ihr noch einmal aufwärts gehen könnte.

Sie müssen nun die Frage beantworten, mit wem dann.

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Von Andreas Niesmann/RND

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