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Deutschland / Welt Romney veröffentlicht Steuererklärung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Romney veröffentlicht Steuererklärung
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08:19 22.09.2012
Mitt Romney hat im vergangenen Jahr 13,7 Millionen Dollar verdient.
Mitt Romney hat im vergangenen Jahr 13,7 Millionen Dollar verdient. Quelle: dpa
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Washington

Auf erheblichen öffentlichen Druck hat der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney weitere Einblicke in seine privaten Finanzen gewährt. Neben einer Steuererklärung für 2011 veröffentlichte er am Freitag eine notariell beglaubigte Bestätigung, zwischen 1990 und 2009 jährlich mindestens 13,6 Prozent seines Einkommens ans Finanzamt abgeführt zu haben. Damit widerspricht er dem Vorwurf seiner politischen Gegner, er habe in manchen Jahren gar keine Steuern gezahlt.

Detaillierte Steuererklärungen für den gesamten Zeitraum legte er aber - anders als von den Demokraten gefordert - weiterhin nicht vor. Kritiker nannten die Offenlegung kurz vor dem Wochenende ein Ablenkungsmanöver. Der Freitagnachmittag sei in Washington ein guter Zeitpunkt, um unangenehme Mitteilungen ohne großes Medienecho zu veröffentlichen.

Der schwerreiche Republikaner und seine Ehefrau Ann verdienten den Papieren zufolge im vergangenen Jahr rund 13,7 Millionen Dollar (10,5 Mio Euro). Darauf zahlten sie rund 14 Prozent Steuern. Die Einnahmen stammen den Angaben zufolge vor allem aus Investments, Dividenden und Zinseinkünften, die in den USA deutlich geringer besteuert werden als Lohn oder Gehalt. Viele Durchschnitts-Amerikaner zahlen eine höhere Rate. Der Spitzensteuersatz liegt sonst bei 35 Prozent.

Rund 4 Millionen Dollar habe der Gründer und ehemalige Chef einer Private-Equity-Firma im vergangenen Jahr gespendet - doch davon nur rund 2,2 Millionen für die Steuerberechnung angesetzt, um nicht einen noch niedrigeren Satz zu zahlen. 2010 hatte Romney noch rund 21 Millionen Dollar verdient, ebenfalls bei einem Steuersatz von rund 14 Prozent. Im Durchschnitt habe die Rate seit 1990 bei gut 20 Prozent gelegen, bestätigte ihm die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers.

Romney hatte schon vor Monaten angekündigt, einen detaillierten Überblick über seine Steuererklärung für 2011 vorzulegen. Sein Kontrahent bei der Wahl am 6. November, US-Präsident Barack Obama, hatte ihn mehrfach zu mehr Transparenz aufgefordert. Der 65-Jährige solle - wie für Präsidentschaftskandidaten üblich - seine finanzielle Situation bis weit zurück in die Vergangenheit offenlegen. Außerdem warf Obama Romney in TV-Wahlkampfspots vor, sein Geld in Steueroasen in der Karibik zu bunkern.

Obama und seine Frau Michelle verdienten 2011 laut ihrer Steuererklärung knapp 800.000 Dollar. Etwa die Hälfte davon habe die „First Family" mit Buchhonoraren eingenommen. Gut 160.000 Dollar, also etwas mehr als 20 Prozent ihres Einkommens, hätten sie an den US-Fiskus abgeführt.

Der Präsident macht sich im Kampf um seine Wiederwahl für einen Mindeststeuersatz von 30 Prozent stark, den alle mit einem Einkommen von mehr als einer Million Dollar zahlen sollen. Diese Steuerpläne bezeichnete er als „Buffett-Regel", benannt nach dem Milliardär Warren Buffett. Dieser hatte beklagt, dass er wegen der steuerlichen Bevorzugung von Finanzinvestitionen einen geringeren Steuersatz zahle als Normalverdiener wie etwa seine Sekretärin.

dpa