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Deutschland / Welt Kommission will Missbrauchskandal aufarbeiten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kommission will Missbrauchskandal aufarbeiten
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13:40 04.05.2014
Quelle: Symbolbild
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Rom

Die von Papst Franziskus eingesetzte Kommission gegen Kindesmissbrauch strebt mehr Transparenz und Verantwortung zum Schutz der Betroffenen an. Demnach sollen die Interessen von missbrauchten Kindern und betroffener Erwachsener bei der Aufarbeitung und allen Entscheidungen dieser neuen Beratergruppe Vorrang haben. Das hielt das achtköpfige Kinderschutzgremium nach den ersten Sitzungen und in Solidarität mit allen Opfern fest, wie der Vatikan am Samstag mitteilte.

Die Kommission werde keine einzelnen der Missbrauchsfälle behandeln, sondern Vorschläge für Initiativen machen, um weltweit für eine «lokale Verantwortung» zum Schutz der Kinder zu ermutigen. Dieses in der Kirche sicherzustellen, sei besonders wichtig - die Suche nach wirksamen und transparenten Verfahren dabei eingeschlossen.

Papst Franziskus teile die Absicht der Kommission, Schwerpunkte auf eine Rechenschaftspflicht der katholischen Kirche und auf Transparenz im Kampf gegen sexuellen Missbrauch zu legen. Das sagte der Bostoner Kardinal Seán Patrick O'Malley nach dem Treffen.

Das Beratergremium hat internationales Profil. In ihm sitzen Missbrauchsexperten mehrerer Länder, darunter der deutsche Jesuitenpater Hans Zollner sowie die Irin Mary Collins, selbst einst Betroffene und heute eine Fürsprecherin von Opfern.

Die im Dezember eingesetzte Kommission will dem Papst Statuten vorlegen. Ihr Ziel sei ein gesteigertes Bewusstsein aller für die tragischen Folgen von sexuellem Missbrauch und von mangelnder Aufdeckung oder Unterstützung der Opfer sowie der Angehörigen.

Franziskus hatte angekündigt, entschlossen gegen Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche vorgehen zu wollen. Die katholische Kirche war von einem Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erschüttert worden.

dpa