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Deutschland / Welt Ostdeutsche Wirtschaft mit deutlich mehr Frauen in Führungspositionen als im Westen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Ostdeutsche Wirtschaft mit deutlich mehr Frauen in Führungspositionen als im Westen
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08:20 12.07.2019
Eine von zahlreichen Frauen in einer Führungsposition: Hiltrud Werner, Mitglied im Vorstand von VW. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Berlin

Die Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland hat sich zuletzt leicht verringert. Das ergibt sich nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) aus dem IAB-Betriebspanel, einer seit 1996 jährlich stattfindenden repräsentativen Befragung von bundesweit 15.000 Betrieben. Demnach betrug der durchschnittliche Bruttolohn eines ostdeutschen Vollbeschäftigten im vorigen Jahr 2790 Euro und lag damit bei 84 Prozent des entsprechenden Lohns im Westen (3340 Euro). Im Jahr 2017 waren es noch 81 Prozent des Westlohns.

Gleichzeitig zeigt das IAB-Betriebspanel, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Osten höher ist als im Westen. Auf der ersten Führungsebene sind es im Osten 31 Prozent gegenüber 25 Prozent im Westen. Auf der zweiten Führungsebene 46 Prozent im Osten gegenüber 40 Prozent im Westen.

Ostbeauftragter zufrieden

Dieser letzte Befund zeigt sich seit Jahren in verschiedenen Untersuchungen und gilt als Spätfolge der DDR. Dort lag die Frauenerwerbsquote bei über 90 Prozent, während sie in der alten Bundesrepublik 1989 nur bei etwa 50 Prozent lag. Der Unterschied hat sich nach 1989 gehalten – wenn auch in abgeschwächter Form – und führt ferner dazu, dass ostdeutsche Frauen nach der Geburt von Kindern früher auf Vollzeitstellen zurückkehren.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), sagte dem RND: „Der Osten braucht sich hinter dem Westen nicht zu verstecken. Selbst wenn es nach wie vor Unterschiede bei den Löhnen gibt, ist die Lebensqualität in Ostdeutschland hervorragend. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Lebenshaltungskosten im Osten niedriger sind als in Westdeutschland.“ Dies gelte vor allem für die Wohnkosten. Im Übrigen gebe es innerhalb Westdeutschlands ebenfalls strukturelle Unterschiede. So sei das durchschnittliche Einkommen am Starnberger See etwa doppelt so hoch wie in Gelsenkirchen.

„Ostfrauen waren berufstätig“

Hirte fügte hinzu: „Es war im Osten immer ganz selbstverständlich, dass Frauen berufstätig sind. Die klassische Alleinverdiener-Ehe war und ist hier deutlich seltener. Es freut mich, dass sich dieser Umstand auch in einem höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen niederschlägt.“

Wer den Fachkräftemangel beheben wolle, der könne dies auch tun, indem er mehr Frauen den Weg in den Beruf ebne, so der CDU-Politiker. Dies gehe nicht zuletzt, indem man adäquate Betreuungsmöglichkeiten für Kinder schaffe. „Auch hier ist der Osten dem Westen voraus. Es gibt in Ostdeutschland deutlich mehr und kostengünstigere Kita-Plätze als in Westdeutschland."

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Die Stärke der Ostfrauen

Von Markus Decker/RND

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