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Deutschland / Welt Obama auf großer Asien-Tour
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Obama auf großer Asien-Tour
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18:29 21.04.2014
Malaysische Aktivisten demonstrieren gegen den bevorstehenden Besuch von Barack Obama.
Malaysische Aktivisten demonstrieren gegen den bevorstehenden Besuch von Barack Obama. Quelle: Ahmad Yusni
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Washington

Inselstreit zwischen China und Japan, Spannungen zwischen Nord- und Südkorea - braut sich in Asien die nächste Krise zusammen? Noch schwelt der Konflikt in der Ukraine, dennoch nimmt sich US-Präsident Barack Obama eine Woche (22.-29. April) Zeit, um durch Ost- und Südostasien zu reisen. Stationen sind Japan, Südkorea, Malaysia und die Philippinen. Eigentlich wollte Obama schon im vergangenen Herbst reisen. Als er absagte, gab es klammheimliche Freude in Peking. Geht es Obama doch vor allem darum, dem wachsenden Einfluss Chinas etwas entgegenzusetzen. Hier eine Übersicht über die Hauptthemen bei den einzelnen Reisestationen:

Japan: Die zunehmende militärische Stärke Chinas sowie die Bedrohung durch Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm dürften im Zentrum der Gespräche stehen. Zum Streit mit China um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer sagte Hitoshi Tanaka, Chef des Institute for International Strategy in Tokio: „Japan und die USA sollten eine deutliche Erklärung abgeben, dass wir kein gewaltsames, einseitiges Handeln Chinas zur Änderung des Status quo sehen wollen“. Tokio sieht gar Parallelen zwischen Russlands Agieren in der Ukraine und Chinas Handeln im Ostchinesischen Meer. Japan ist für seine eigene Sicherheit auf die Schutzmacht USA angewiesen. Die Regierung hat daher ein vitales Interesse, dass Washington gegenüber den Ansprüchen Chinas hart bleibt.

Südkorea: Der Streit um das Atomprogramm Nordkoreas sowie die Raketentests des Militärs in Pjöngjang werden die Hauptthemen in Seoul sein. Obamas Besuch kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, die Spannungen auf der Halbinsel haben sich zuletzt wieder erhöht. Nachdem der UN-Sicherheitsrat zwei Tests mit Mittelstreckenraketen Ende März verurteilt hatte, drohte Nordkorea mit einem neuen Atomtest. In den Augen der US-Regierung ist Nordkorea unter dem jungen Machthaber Kim Jong Un ein noch größeres Sicherheitsrisiko in Asien geworden. Für Seoul ist es wichtig, dass Obama erneut das Sicherheitsbündnis beider Länder bekräftigt. Die Koreaner befürchten, schon durch einen kleinen militärischen Zwischenfall könnte die Lage außer Kontrolle geraten.

Malaysia: Die USA brauchen als Gegengewicht zu China neben Thailand und Singapur weitere Partner in Südostasien, meint das Institut Council on Foreign Relations. Obama täte daher gut daran, in Kuala Lumpur kontroverse Themen auszusparen - wie die schrille Rhetorik gegen chinesisch- und indischstämmige Landsleute und die Maßnahmen gegen Oppositionelle. Der Oppositionsführer Anwar Ibrahim wurde gerade wieder wegen Homosexualität zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Schwulsein ist in Malaysia verboten. Anwar sagt, er sei nicht schwul. Menschenrechtler kritisieren das Urteil als politisch motiviert. Wie wird sich Obama dazu äußern?

Philippinen: Auch beim Besuch in der einst spanischen, dann US-amerikanischen Kolonie geht es um China. In der Vergangenheit gab es zwar immer mal Proteste gegen die starke Militärpräsenz der USA, aber seit die Philippinen mit China wegen Territorialansprüchen im Südchinesischen Meer über Kreuz liegen, setzt Manila auf die USA. „Es ist wichtig, die starke militärische Allianz zu unterstreichen“, meinte der philippinische Botschafter in den USA, Jose Cuisia. Experten erwarten, dass Präsident Benigno Aquino und Obama einen Vertrag über die Verstärkung der Truppenpräsenz unterschreiben. Das käme Obamas Strategie entgegen, in Asien stärkere Präsenz zu zeigen.

dpa

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