Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Neues Stadion für Berlin: Senat prüft Flughafen Tegel als Option
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Neues Stadion für Berlin: Senat prüft Flughafen Tegel als Option
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 16.05.2019
Flughafen Tegel in Berlin (Bildarchiv). 2021 gehen hier die Lichter aus. Doch taugt der Standort für ein Fußballstadion? Quelle: Sophia Kembowski/dpa
Berlin

Der Berliner Senat hat in der Debatte über einen Stadion-Neubau des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC einen neuen Vorschlag unterbreitet - einen Standort auf dem in Zukunft geschlossenen Flughafen Tegel. „Wenn Hertha einen Neubau in Berlin will, wäre der Flughafen Tegel ein Standort“, erklärte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) in der „Bild“-Zeitung.

Diesen Plan bestätigte der Sprecher der Berliner Innenverwaltung, Martin Pallgen, der dpa. Ob Tegel aufgrund verschiedener Faktoren überhaupt als Stadion-Standort geeignet wäre, ist aber nicht nur wegen der derzeitigen Verkehrsanbindung noch nicht gänzlich geklärt. „Es müsste dann geprüft werden“, sagte Geisel.

Koalitionspartner Grüne lehnen den Vorschlag ab

Die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte den Vorschlag des Innensenator. „Das ist ein Schnellschuss, der niemanden weiterbringt“, sagte die Sprecherin für Sport der Fraktion, Nicole Ludwig, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Geisel habe seinen Vorstoß nicht in der rot-rot-grünen Koalition abgestimmt. Sie halte das Szenario auch nicht für umsetzbar, so Ludwig.

Die Politikerin verwies darauf, dass es für das Tegel-Gelände für die Zeit nach Ende des Flugbetriebs umfangreiche und fortgeschrittene Planungen gebe. Dort sollen unter anderem eine Hochschule angesiedelt werden, Gewerbe, Wohnungen und Erholungsflächen entstehen. „Wir haben also andere Bedarfe, auf die die Stadt schon lange wartet“, sagte Ludwig. „Mir ist nicht bekannt, dass wir da noch Platz für ein Stadion hätten.“

Statt „irgendwelche Standorte rauszuposaunen“, sei jetzt eine seriöse Prüfung mehrerer möglicher Alternativen zum Olympiagelände auf ihre Machbarkeit nötig, betonte Ludwig. Das brauche Zeit. Die Hertha-Pläne, neben dem Olympiastadion neu zu bauen, hatten sich zerschlagen, weil dafür Wohnungen weichen müssten und es keine Ersatzlösung für die Bewohner gibt.

Hertha: „Wir werden die Idee ernsthaft prüfen“

Hertha reagierte zunächst positiv auf den Vorschlag: „Es ist ein gutes Signal, dass die Landesregierung die Bedeutung einer eigenen Arena für Hertha BSC anerkennt“, sagte Pressesprecher Marcus Jung, „gemeinsam mit den Beteiligten aufseiten des Senats werden wir die Idee, auf dem Gelände des Flughafens Tegel eine Arena in der entsprechenden Größe zu errichten, gerne ernsthaft prüfen.“ Für eine detailliertere Einschätzung sei es aber noch zu früh.

Der Bundesligist hatte den Flughafen Tegel bei der Suche nach einem geeigneten Ort für den Bau einer rein privat finanzierten Fußball-Arena mit geprüft, dann aber nicht weiter verfolgt. Für Hertha kam bislang nur ein Neubau im Olympiapark infrage, nachdem die Alternative Ludwigsfelde von den Mitgliedern abgewählt wurde. „Bevor in Tegel irgendetwas passieren kann, müssten die Flugzeuge erst einmal umziehen. Wir wollen 2025 fertig sein“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz jüngst im Fußball-Fachmagazin „Kicker“.

Zuerst muss Berlins neuer Flughafen eröffnen

Der neue Hauptstadtflughafen BER soll nach mehrmaliger Verschiebung des Eröffnungstermins im Oktober 2020 öffnen. Tegel soll spätestens ein halbes Jahr später geschlossen werden, also aktuell im März 2021. Das wäre für Hertha zu kurz. Geplant ist, spätestens Anfang 2022 mit dem Bau des neuen Stadions zu beginnen. Aufgrund „dieser Zeitachse und der fehlenden Infrastruktur“ sei Tegel „keine unmittelbare Möglichkeit für uns“, hatte Preetz noch vor zehn Tagen erklärt.

Auch Geisel hält die Lösung Tegel bis 2025 nicht für realisierbar, „das wäre erst 2027/28 möglich“. Der Sportsenator will bis dahin „mit Hertha Vereinbarungen treffen, um dem Verein den Aufenthalt im Olympiastadion angenehmer zu machen“. Dazu soll eine neue Beleuchtung gehören, mit der die Arena wahlweise blau (bei Hertha-Spielen) oder grün (bei DFB-Veranstaltungen wie dem Pokalfinale) erstrahlen soll. Die Rede ist von 40 Millionen Euro, die der Senat investieren will - auch mit Blick auf die Heim-EM 2024.

Olympiapark als Standort vom Tisch

„Tegel ist der einzig sinnvolle Ort innerhalb der Stadtgrenzen, wo es keine Probleme mit Anwohnern geben würde“, sagte der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dennis Buchner, in der „B.Z.“ zur langfristigen Idee, auf dem Flughafen-Gelände zu bauen. „Ich bin sicher, dass man die fünf bis sechs Hektar, die Hertha braucht, abzweigen kann“, ergänzte der Abgeordnete der Berliner Regierungspartei und bekräftigte: Für einen Standort im Olympiapark werde es „weder vor noch nach der Wahl eine Mehrheit geben“.

Die Abgeordnetenhaus-Fraktionen der rot-rot-grünen Koalition in Berlin hatten erklärt, dass die Arena am bisher geplanten Standort im Olympiapark „nicht zu realisieren“ sei. Eine Genossenschaft, der sechs Häuser mit 24 Wohnungen auf dem geplanten Stadion-Areal gehören, will mit dem Club nicht mehr über einen Verkauf verhandeln. Preetz hatte danach auf den politischen Druck der Hertha-Mitglieder auch als Wähler verwiesen. Zur Not würde der Berliner Bundesligist sogar über eine mobile Übergangsarena nachdenken.

Von RND/dpa

Kanzlerin Angela Merkel hat in einem Interview angekündigt, sich künftig mehr für die Zukunft Europas einzusetzen. Spekulationen über einen möglichen Wechsel Merkels ins Europaparlament weist die Kanzlerin nun aber entschieden zurück.

16.05.2019

Steve Bannon berät statt US-Präsident Donald Trump nun Marine Le Pen und besucht Viktor Orbán. Warum tut er das? Geht es Trumps früherem Berater um Macht? Und was will er eigentlich in Sachsen? Eine kurze Begegnung in Berlin.

16.05.2019

Die Lage am Arabischen Golf spitzt sich dramatisch zu. Mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen haben am Dienstag eine zentrale Ölpipeline in Saudi-Arabien angegriffen. Das Land reagierte nun mit Luftangriffen auf den Jemen und benennt einen Verantwortlichen.

16.05.2019