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Deutschland / Welt Nato verteidigt Afghanistan-Einsatz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nato verteidigt Afghanistan-Einsatz
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20:18 09.09.2009
Von Klaus von der Brelie
Bewältigt weiterhin schwierige und gefährliche Aufträge in Kundus: Die schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr.
Bewältigt weiterhin schwierige und gefährliche Aufträge in Kundus: Die schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr. Quelle: ddp
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Die Truppen würden dort „so lange wie nötig“ bleiben, erklärte er am Mittwoch. Er sei besorgt, dass sich der „öffentliche Diskurs“ zu Afghanistan in die „falsche Richtung“ bewege. Dabei werde übersehen, dass es Fortschritte gebe, auch wenn diese möglicherweise „nicht schnell genug“ erzielt würden. Die Taliban hätten „keine Chance“, wieder an die Macht zu kommen, und für Terroristen gebe es in Afghanistan „kein Rückzugsgebiet“, von dem aus sie „die Welt bedrohen“ könnten. „Langsam, aber stetig“ werde das Leben für die Bevölkerung „besser und freier“. Ein schneller Truppenabzug hätte schwerwiegende Folgen für die Sicherheit in der ganzen Region.

Der Bundeswehr liegen nach wie vor keine gesicherten Informationen über getötete Zivilisten beim Nato-Luftangriff in Nordafghanistan vor. Es gebe hier „keine konsolidierten Erkenntnisse“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, am Mittwoch in Berlin. „Die Nato ist längst noch nicht soweit zu bestätigen, ob es zivile Opfer gab“, sagte Raabe. Sollte es Tote unter den Zivilisten geben, wäre das „höchst tragisch“, sagte Raabe. „Dann würden wir mit den Angehörigen Kontakt aufnehmen und uns um die Sachen kümmern.“ Bei dem Angriff waren Dutzende Menschen getötet worden.

Die Außenminister aus Frankreich und Großbritannien äußerten sich besorgt über den von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff. Der britische Außenminister David Miliband und sein französischer Kollege Bernard Kouchner sprachen sich bei einem Treffen in Paris für umfassende Ermittlungen aus. Der Angriff habe „der Zivilbevölkerung großen Schaden“ zugefügt, erklärte Kouchner.

In der von Kanzlerin Angela Merkel angeregten internationalen Afghanistan-Konferenz auf Ebene der Außen- und Verteidigungsminister soll noch in diesem Jahr über einen Zeitrahmen für einen Abzug der Nato-Truppen geredet werden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britischen Premier Gordon Brown unterstützen Merkels Vorstoß in einem gemeinsamen Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Auch Italien hat sich mittlerweile der Initiative angeschlossen.