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Deutschland / Welt Nach der Fraktionswahl: Bei den Grünen macht sich Erleichterung breit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nach der Fraktionswahl: Bei den Grünen macht sich Erleichterung breit
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20:04 24.09.2019
Sechs Freunde müsst Ihr sein. Quelle: Arne Immanuel Bänsch/dpa
Berlin

Am Ende sah man viele erleichterte Gesichter – und den Versuch, Gräben zuzuschütten. So war neben den 67 grünen Fraktionsmitgliedern auch Parteichef Robert Habeck in den Bundestag geeilt. Und nachdem alles vorüber war, stellte er sich neben die anderen fünf für ein Erinnerungsfoto. Motto: Sechs Freunde müsst Ihr sein. Die anderen fünf, das waren seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock, die Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter sowie deren Herausforderer Kirsten Kappert-Gonther und Cem Özdemir.

Zwar hatten Kappert-Gonther und Özdemir die Fraktionsvorstandswahl soeben verloren. Göring-Eckardt setzte sich mit 61,1 Prozent der Stimmen aus der 67-köpfigen Fraktion durch, Hofreiter kam auf 58,21 Prozent; es war noch einmal weniger als beim letzten Mal, als beide jeweils rund zwei Drittel der Stimmen erhielten. Freilich war eine gewisse Nervosität offenkundig gewesen und anschließend das Bemühen, zu Tage getretene Konflikte wieder zu befrieden.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Cem Özdemir; Grünen-Bundestagsabgeordneter

Die Kandidatur Kappert-Gonthers und Özdemirs war ja einigermaßen überraschend gekommen. Und auch wenn sie von Beginn an als relativ chancenlos galt, wühlte sie doch allerhand auf. Plötzlich machten sich auch die Flügel wieder bemerkbar – der Realo-Flügel um Özdemir und der linke Flügel um seine Widersacher. Habeck ließ öffentlich und Baerbock nicht-öffentlich erkennen, was sie von all dem hielten: nichts.

Der Wahltag selbst wirkte ebenfalls relativ aufgekratzt. So fanden sich viel mehr Journalisten vor dem Fraktionssaal ein als sonst. Und die Sitzung dauerte länger als gedacht. Über eineinhalb Stunden währten die Vorstellung der Kandidaten und die Aussprache mit ihnen – obwohl alle vier den Kolleginnen und Kollegen eigentlich sattsam bekannt sind. Es habe „viele Fragen“ gegeben, hieß es – und dass Özdemir mit Blick auf seine dem Vernehmen nach mangelnde Teamfähigkeit erklärt habe, man könne sich im Leben auch immer noch weiter entwickeln.

Gegen 17 Uhr ging alles ganz schnell. Zunächst wurden Blumen herbeigeholt. Dann sickerten die Wahlergebnisse durch. Schließlich kamen die Kandidaten aus der Tür.

„Das ist ein deutliches Signal dafür, dass wir den Kurs der Geschlossenheit fortsetzen“, sagte Göring-Eckardt. Hofreiter bedankte sich bei den Herausforderern „für die faire und spannende Auseinandersetzung“ und dankte der Fraktion für das Vertrauen. Kappert befand, man werde gestärkt aus dieser Wahl hervorgehen. Özdemir nannte den knapp zweieinhalb Wochen langen Wahlkampf eine „lehrreiche Zeit“ und fuhr fort: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Ich, sollte das heißen, habe gekämpft. Am Mittwoch will er Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) als Ausschussvorsitzender erneut Paroli bieten.

Habeck beschwört Geschlossenheit

Das gemeinsame Gruppenfoto wirkte weniger harmonisch als angestrengt. Doch es schien den Beteiligten als Geste wohl nötig.

Habeck gab der ARD zum Schluss ein Interview, in dem von Geschlossenheit die Rede war sowie davon, dass die Flügel nicht über der Partei stehen dürften. Da sprach die Besorgnis hörbar mit.

Lesen Sie hier unseren Kommentar zur Wahl

Von Markus Decker/RND

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