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Deutschland / Welt NRW will „Schreiben nach Gehör“ abschaffen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt NRW will „Schreiben nach Gehör“ abschaffen
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18:27 27.03.2019
In NRW gibt es keine Methoden-Vorgabe, wie Schüler das Schreiben lernen. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Hannover

„Schreiben nach Gehör“: Das Prinzip ist seit Jahren umstritten. Grundschüler dürfen demnach in den ersten beiden Schuljahren schreiben wie sie wollen. Das bedeutet, dass Schreibfehler wie „Somer“, „Hunt“ und „Fata“ nicht korrigiert werden. Das missfällt vielen Eltern. Das fröhliche Drauflosschreiben soll nun in Nordrhein-Westfalen ein Ende haben.

Künftig sollen Grundschüler dort einen Pflichtwortschatz von 533 Wörtern mit allen Besonderheiten der deutschen Rechtschreibung beherrschen. Das sieht eine neue Handreichung für Lehrer ab dem Schuljahr 2019/20 vor.

Erstmals werde damit ein verbindlicher Grundwortschatz an den NRW-Grundschulen eingeführt, teilte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag in Düsseldorf mit.

Lehrer sollen verstärkt kontrollieren

„Die Regeln der deutschen Rechtschreibung können und müssen von der ersten Klasse an gelernt werden“, erklärte die Ministerin. Schulstudien hätten deutlich gemacht, „dass zu viele Schülerinnen und Schüler die Rechtschreibung nicht gut genug beherrschen“. Alle Schulen müssten dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken.

Künftig sollen Lehrer wieder verstärkt kontrollieren dürfen – und von Anfang an die richtige Rechtschreibung forcieren. Die Methode „Lesen durch Schreiben“, wie „Schreiben nach Gehör“ in der Wissenschaft heißt, werde „auf die Anfangsprozesse des Schreibenlernens begrenzt“, heißt es aus dem Schulministerium.

Kinder sollen bestimmte Wörter auswendig lernen

Der neue Pflichtwortschatz besteht aus zwei Teilen: 533 sogenannte Nachdenk- und Merkwörter, die wichtige Rechtschreibphänomene der deutschen Sprache widerspiegeln. Dazu gehören etwa Wörter wie „Hund“, deren Schreibweise man etwa aus der Mehrzahl („Hunde“) herleiten kann. Oder Wörter wie „viel“, bei denen man die Schreibweise lernen muss.

Wörter mit „ie“ wie „Dienstag“ oder „fliegen“ gehören ebenso zum Pflichtwortschatz wie „kämpfen“ mit „pf“ oder „nehmen“ mit „h“. Häufig falsch geschrieben werden in der Grundschule auch Wörter wie „bisschen“, „paar“, „meistens“ oder „nämlich“. Sie gehören künftig zu den Merkwörtern. Dazu kommt ein rund 200 Wörter umfassender individueller Wortschatz, der für das einzelne Kind wichtig ist, zum Beispiel „Fußball“ oder „Karneval“.

Bisher durften Grundschüler in NRW in den ersten beiden Klassen nach Gehör schreiben, ab der dritten Klasse sollte die Rechtschreibung sitzen. Eltern sollten die Kinder anfangs möglichst nicht korrigieren, um sie nicht zu demotivieren.

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Von RND/ka/dpa

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