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Deutschland / Welt Mindestens 140 Tote bei Kämpfen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mindestens 140 Tote bei Kämpfen
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18:59 07.01.2010
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Zahlreiche Hilfsorganisationen warnten nach den Kämpfen mit mindestens 140 Toten vor einem neuen Krieg in der halbautonomen Region im Südsudan. Die Vereinten Nationen seien „sehr besorgt“ über die Lage im Bezirk Wunchuei im südlichen Bundesstaat Warrap, sagte Grande der Nachrichtenagentur AFP. UN-Blauhelmsoldaten brachen ihren Angaben zufolge zu einer Erkundungsfahrt in das Gebiet auf. Zahlreiche Tote sollen der Volksgruppe der Dinka angehören. Sie seien von den rivalisierenden Nuer angegriffen worden, hieß es.

Örtliche Behörden im südlichen Bundesstaat Lakes teilten mit, bei Zusammenstößen zwischen „Zivilisten“ und der aus der früheren Rebellenbewegung SPLM hervorgegangenen Südsudanesischen Armee habe es vor einer Woche ein Dutzend Tote gegeben. In der Region haben Kämpfe zwischen rivalisierenden Volksgruppen - häufig aus Rache oder wegen Streitigkeiten um Vieh - seit dem vergangenen Jahr beständig zugenommen.

Fünf Jahre nach dem Friedensabkommen von 2005 zwischen der sudanesischen Regierung und der Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) drohe der Südsudan in Gewalt, Armut und politischen Spannungen zu versinken, erklärten zehn in der Region aktive Hilfswerke, darunter Oxfam und Christian Aid, in einer gemeinsamen Mitteilung. Ihren Angaben zufolge wurden im zurückliegenden Jahr im Südsudan rund 2500 Menschen getötet und 350.000 vertrieben. Das seien mehr Opfer als es im gleichen Zeitraum in der westsudanesischen Krisenregion Darfur gegeben habe.

Die Hilfsorganisationen beklagten die verheerende humanitäre Lage im Südsudan und forderten den UN-Sicherheitsrat auf, den Schutz der Zivilbevölkerung zur obersten Priorität für die dortige Mission der Vereinten Nationen (UNMIS) zu machen.

Die rund 10.000 UNMIS-Soldaten sollen die Einhaltung des Abkommens vom 5. Januar 2005 überwachen, das nach 21 Jahren Bürgerkrieg mit 1,5 Millionen Toten zwischen dem überwiegend muslimischen Norden und dem größtenteils christlichen Süden unterzeichnet worden war. Es sieht vor, dass im April erstmals seit 1986 Mehrparteienwahlen und im Januar 2011 ein Volksentscheid über die Unabhängigkeit des Südsudan stattfinden.

Vor dem Referendum müssten sich der Norden und der Süden unter anderem über den Grenzverlauf und die Aufteilung der nationalen Schulden einigen, andernfalls drohe ein neuer Krieg, warnte diese Woche ein Berater des sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir. Im Grenzgebiet zwischen den beiden Landesteilen befindet sich ein großer Teil der sudanesischen Erdölreserven.

AFP