Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Mexiko fordert für Eroberung Entschuldigung vom Papst und Spanien
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mexiko fordert für Eroberung Entschuldigung vom Papst und Spanien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:41 26.03.2019
Andres Manuel Lopez Obrador, Präsident von Mexiko, fordert von Spanien und vom Papst eine Entschuldigung für Eroberung. Quelle: Arturo Monroy/NOTIMEX/dpa
Madrid

Mexikos Präsident hat den König Spaniens und den Papst in Briefen dazu aufgefordert, sich für die spanische Eroberung und Unterwerfung indigener Völker im 16. Jahrhundert zu entschuldigen. Es habe sich um eine Invasion gehandelt, während der willkürlich die Völker unterworfen worden seien, sagte Andrés Manuel López Obrador in einer Video-Botschaft am Montag in den sozialen Netzwerken.

Es dauerte nicht lange, bis die Briefe an König Felipe VI. und an Papst Franziskus in Spanien auf Ablehnung und auch Entrüstung stießen. Die Regierung von Sozialist Pedro Sánchez lehnte eine Entschuldigung schnell und energisch ab. Der Inhalt des Briefs werde „mit aller Bestimmtheit zurückgewiesen“, hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung des Palacio de la Moncloa. Die Ankunft der Spanier vor fünf Jahrhunderten im heutigen Mexiko könne „aus zeitgenössischer Sicht nicht beurteilt werden“.

Spanische Politiker wenig diplomatisch

Weniger diplomatisch äußerten sich Politiker der konservativen Opposition, Journalisten und Zeitungsleser. Der Spitzenkandidat der liberalen Ciudadanos bei der Parlamentswahl vom 28. April, Albert Rivera, bezeichnete López Obrador als „Linkspopulisten“, „der die Geschichte fälscht und die Konfrontation sucht“. Seine Forderung sei eine „unerträgliche Beleidigung“ aller Spanier.

Rafael Hernando, einer der wichtigsten Vertreter der Volkspartei (PP), schrieb unterdessen auf Twitter: „Man muss diesen Herrn (López Obrador) daran erinnern, dass wir Spanier dorthin gegangen sind und der Macht jener Stämme ein Ende gesetzt haben, die ihre Nachbarn grausam ermordet haben.“

In den morgendlichen TV-Talk-Sendungen regten sich auch viele Journalisten auf. „Mexiko soll sich erstmal für den Mord an Kaiser Maximilian I. entschuldigen“, rief zum Beispiel einer. Der Österreicher wurde im Juni 1867 auf dem „Campo de las Campañas“ von Querétaro erschossen.

Auf der Homepage der Zeitung „El País hatte der Bericht über die Forderung Mexikos bis Dienstagmittag bereits knapp 5000 Leser zu Kommentaren veranlasst. Die meisten beschimpften den mexikanischen Präsidenten. López Obrador solle sich lieber um Korruption, Drogenhandel und Mordwelle in seinem Land kümmern, so der Tenor.

Eroberung mit Schwert und Kreuz

López Obrador hatte zuvor gesagt, die spanische Eroberung sei mit Schwert und Kreuz erfolgt. Er habe die Briefe gesendet, damit die Missstände beachtet würden und die betroffenen Völker eine Entschuldigung für die Verletzung der Menschenrechte erhielten. Er hoffe, dass 2021 ein Jahr der „historischen Aussöhnung“ werde.

2021 jähren sich gleich drei für die Geschichte Mexikos wichtige Ereignisse. Vor 500 Jahren (1521) fiel die damalige Azteken-Hauptstadt Tenochtitlán an die Spanier, 1321 war diese gegründet worden. 1821 erlangte Mexiko dann die Unabhängigkeit.

Dies sei die Zeit, sich zu versöhnen, sagte der Präsident. „Aber zuerst bitten wir um eine Entschuldigung.“ Er werde sich ebenfalls für Verbrechen an indigenen Völkern und anderen Minderheiten nach der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien entschuldigen.

Die Regierung in Madrid bedauerte unter anderem auch, dass der Inhalt des Briefs von López Obrador selbst öffentlich gemacht worden sei. Das Schreiben war nach Angaben aus Madrid bereits am 1. März bei der spanischen Regierung eingegangen.

Von RND/dpa

Die Bundespolizei arbeitet mit den Sicherheitsbehörden anderer EU-Staaten daran, organisierte Banden zu zerschlagen, die Scheinehen vermitteln. Die Operation „Bride“ läuft seit 2017. Die Zahl der bestätigten Fälle lag 2018 im zweistelligen Bereich.

26.03.2019

Fast 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sieht Angela Merkel das multilaterale System an einer Wegscheide. Und Emmanuel Macon ruft bei dem Treffen mit China zur Zusammenarbeit auf. Eine Politik der Isolierung führe nicht weiter.

26.03.2019

Das Europaparlament hat der umstrittenen Reform des Urheberrechts ohne Änderungen zugestimmt. Damit wurde der Weg für eine baldige Umsetzung geebnet. Zuvor waren monatelang Menschen gegen die Anpassung auf die Straße gegangen. Die Argumente der Befürworter und Gegner im Überblick.

26.03.2019