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Deutschland / Welt McAllister trifft den Papst
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08:20 09.03.2012
Foto: Ministerpräsident David McAllister wurde vom Papst empfangen.
Ministerpräsident David McAllister wurde vom Papst empfangen. Quelle: dpa
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Rom

Der Fußballer Miroslav Klose bekam von ihm diese Woche einen festen Händedruck und aufmunternde Worte, für Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister gab es gestern sogar eine Privataudienz. „Der Papst ist sehr interessiert und gut informiert in der deutschen Innenpolitik“, sagte hinterher ein beeindruckter David McAllister. 26 Minuten saß er im Büro Benedikts XVI.. Wegen der Papstvisite war an einen Flug nach Berlin zum Zapfenstreich des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff nicht zu denken. McAllister war ohnehin nicht eingeladen.

Zu den jahrhundertelang gepflegten Verabredungen einer solchen Privataudienz gehört, dass hinterher nicht ausgeplaudert wird, was der Papst denn vom Nachfolger Wulffs in Niedersachsen wissen wollte. Der „Osservatore Romano“ veröffentlichte nur ein Bild, auf dem man den deutsch-schottischen Protestanten aus Bad Bederkesa ziemlich nah an „Seiner Heiligkeit“ Benedikt XVI. sieht. Vermutlich wird nicht in den Geheimarchiven des Vatikans konserviert, ob das Oberhaupt der katholischen Weltkirche den interessierten Gast aus Niedersachsen gefragt hat, wie es denn zum tiefen Fall des Katholiken Christian Wulff kommen konnte. Der hatte dem Papst 2007 seine Aufwartung gemacht und war von ihm ebenfalls in einer Privataudienz empfangen worden – „eine Ehre, wie sie eigentlich nur Staatsoberhäuptern zukommt“, sagt Prälat Felix Bernard, Leiter des Katholischen Büros in Hannover. Er hatte die Papstvisite eingefädelt und begleitete den Ministerpräsidenten.

McAllister führt die Einladung auf die Tatsache zurück, dass Niedersachsen bereits 1965 als erstes Bundesland ein Konkordat mit den Kirchen geschlossen hat, das den Umgang zwischen Staat und Kirche gründlich regelt und den Kirchen erlaubt, eigene Schulen zu gründen. Wegen der neuen Schulform „Oberschule“, in der Haupt- und Realschulen aufgehen sollen, muss dieses Konkordat geändert werden – ein Thema, das McAllister auch mit Kardinalstaatssekretär Bertone besprach. Immerhin, so viel war dann doch zu erfahren, lobte der Papst, dass sich das Land an der Sanierung des Hildesheimer Doms beteiligt. Und erstaunlicherweise habe Benedikt, ein Oberbayer, ernsthaft wissen wollen, was in Niedersachsen los sei.

McAllister ist nicht der einzige Ministerpräsident, der die vatikanischen Säle mit glänzenden Augen verlassen hat – auch Gerhard Schröder bekannte einst nach seiner Privataudienz, dass selbst für einen hartgesottenen Typen eine solche Visite beeindruckend sei. Eindruck schinden konnte McAllister mit seinem Gastgeschenk, dem Faksimile einer Schrift eines Weltgeistes aus Hannover, Gottfried Wilhelm Leibniz. Auch wenn der Papst nach McAllisters Besuch noch immer nicht wissen dürfte, wo Bederkesa liegt – Leibniz kennt er bestens.

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