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Deutschland / Welt Lucke-Rauswurf: Diese “Antifa”-Aktion war völlig daneben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Lucke-Rauswurf: Diese “Antifa”-Aktion war völlig daneben
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16:25 17.10.2019
Bernd Lucke (l.) am Mittwoch an der Universität Hamburg. Quelle: Markus Scholz/dpa
Hamburg

An der Universität Hamburg haben Studenten und eine selbst ernannte "Antifa" den AfD-Gründer Bernd Lucke daran gehindert, seine Auftakt-Lesung in Wirtschaftswissenschaften zu halten. Lucke wurde geschubst, mit Papierkügelchen beworfen und musste den Saal schließlich unter Gejohle und Polizeischutz unverrichteter Dinge wieder verlassen. Schaurigere Szenen hat man an einer deutschen Universität schon lange nicht mehr gesehen.

Warum die "Antifaschisten" überhaupt Luckes Vorlesung aufgesucht haben, ist rätselhaft. Zur Erinnerung: Der Professor für Makroökonomie hat die AfD 2013 vor allem als Anti-Euro-Partei (mit)gegründet. Das Thema Zuwanderung spielte damals praktisch keine Rolle. Erst im Laufe der Zeit übernahmen diejenigen die Macht und den Vorsitz in der Partei, die dieses Thema in den Vordergrund schieben wollten - zuerst Frauke Petry, später Alexander Gauland und Jörg Meuthen. Als die heutigen Chefs bei der AfD ins Amt kamen, hatte Lucke die Partei längst unter Protest verlassen.

Die Antifa als "neue Faschisten"? Natürlich auch Quatsch!

Nun kann man Luckes Ansichten zum Euro richtig finden oder für einen Fehler halten - für einen "Nazi-Schwein"-Vorwurf reichen sie ganz sicher nicht. Lucke im Hörsaal ist nicht Björn Höcke, der eine Rückkehr als Lehrer in Thüringens Schuldienst versucht. Höcke darf man heute tatsächlich ungestraft "Faschist" nennen.

Natürlich ist es auch völlig falsch, die Antifa an der Uni Hamburg nun ihrerseits als die "neuen Faschisten" zu bezeichnen, wie es in den sozialen Medien erneut zu lesen ist. Tatsächliche Vertreter der "neuen Faschisten" hatten gerade erst in Halle und vor einiger Zeit in Kassel ihre grausamen Auftritte.

Aber die linken Aktivisten müssen sich schon fragen lassen, ob sie die Begriffe "Nazi" und "Faschist" nicht etwas zu inflationär und völlig unscharf benutzen. Letztlich nutzt es Rechtsextremen, wenn Leute als "Nazi-Schweine" bezeichnet werden, die es nicht verdienen. Es ermöglicht ihnen zu sagen: Seht her, diese Kritik ist völlig verrückt, ebenso wie die an uns. Will die Antifa das wirklich? Wohl kaum. Diese Aktion an der Hamburger Uni war jedenfalls völlig daneben.

Von Christian Burmeister/RND

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