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Deutschland / Welt Klimaprotest beendet – Tagebau Garzweiler ist geräumt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Klimaprotest beendet – Tagebau Garzweiler ist geräumt
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16:55 23.06.2019
Mit Aktionen des zivilen Ungehorsams blockieren Aktivisten des Klimaschutz-Bündnisses „Ende Gelände“ den Tagebau Garzweiler. Quelle: imago images / Christian Mang
Aachen

Die Klima-Proteste im rheinischen Braunkohlerevier sind wie geplant am Sonntag ausgelaufen. Die Räumung des Tagebaus, von Bahngleisen zwischen den Kraftwerken Neurath und Niederaußem und eines besetzten Hauses in der vom Tagebau bedrohten Ortschaft Morschenich dauerte bis Sonntagnachmittag.

Katrin Henneberger, Sprecherin der Initiative „Ende Gelände“, bestätigte den Abzug. „Am Morgen war es kurz zu einer Eskalation mit der Polizei gekommen. Die Beamten hatten eine Gruppe eingekesselt, obwohl alle Beteiligten wie verabredet und angekündigt gegen 10 Uhr den Bereich räumen wollten“, sagte Henneberger der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Damit endete am Mittag nach drei Tagen die Blockade im rheinischen Braunkohlerevier. Nach Angaben von „Ende Gelände“ waren rund 6000 Menschen beteiligt. Kritik der Aktivisten, dass die festgesetzten Menschen über Stunden nicht mit Getränken und Essen versorgt wurden, wies die Polizei auf Anfrage und per Twitter zurück.

Polizisten verletzt – Berichte über verletzte Aktivisten

Mehrere Hundert Demonstranten, viele vom Bündnis „Ende Gelände“, waren am Samstagnachmittag auf das Betriebsgelände des Energieversorgers RWE in Garzweiler gestürmt. Die Beamten setzen Pfefferspray ein. Bei dem Vorfall wurden acht Polizisten verletzt, offenbar gab es auch Verletzte bei den Aktivisten. In den sozialen Netzwerken gab es Kritik am Einsatz der Polizei.

Die Polizei Aachen teilte mit, sie habe auch von Berichten zu verletzten Demonstranten gehört, die hätten sich aber nicht bei der Behörde gemeldet. Insofern habe man keine gesicherten Informationen und Zahlen. Auch gebe es noch keine exakten Angaben, wie viele Demonstranten in Gewahrsam genommen wurden.

Hinweise auf Straftaten seitens der Polizei würden geprüft, sagte eine Polizei-Sprecherin am Sonntag. Vereinzelt waren auf Videos im Internet Schläge ins Gesicht von Demonstranten bei Räumungen zu sehen.

Trotz aller Warnungen vor Lebensgefahr und Appelle waren Demonstranten auch die Abbruchkanten am Tagebau rauf- und runtergeklettert. Die Polizei ermittelt wegen des Vorwurfs des Hausfriedensbruchs, Gefangenenbefreiung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Am Freitag hatte es eine von der Bewegung „Fridays for Future“ organisierte Demonstration in Aachen mit 40.000 Teilnehmern gegeben. Die Schülerbewegung demonstrierte weitestgehend friedlich. Ob sich ein Teil dieser Demonstranten trotz aller Warnungen auch den Aktionen der Aktivisten von „Ende Gelände“ angeschlossen hat, ist unklar.

Von RND/dpa