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Deutschland / Welt Klaus Töpfer lobt „Fridays for future“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Klaus Töpfer lobt „Fridays for future“
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05:00 27.03.2019
Immer noch engagiert bei der Sache: Klaus Töpfer (CDU). Quelle: epd
Berlin

Klaus Töpfer war von 1987 bis 1994 Bundesumweltminister und später Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Hier äußert sich der 80-jährige frühere CDU-Politiker zur deutschen Klimapolitik – und den Protesten der Schüler.

Herr Professor Töpfer, die Regierungskommission für den Verkehrsbereich findet nicht zu einem Kompromiss, mit dem sich der Treibhausgasausstoß auf den Straßen senken ließe. Überrascht Sie das?

Leider muss ich gestehen: Dies überrascht mich nicht. Allein die massiven unterschiedlichen Wertungen innerhalb der Automobilindustrie stehen einer neuen Mobilitätsstrategie im Wege. Diese Strategie muss weit über die Frage hinausgreifen, ob ein Verbrennungsmotor oder ein Elektromotor das Auto antreibt. Dies macht eine Entscheidung demokratisch legitimierter Politik zwingend erforderlich. Eine Regierungskommission kann da bestenfalls die Argumentationslinien herausarbeiten.

Derzeit rankt sich die Debatte nicht zuletzt um „Fridays for future“. Nimmt die Politik diese Bewegung ernst genug?

„Fridays for future" hat den unschätzbaren Wert, die Notwendigkeit einer überzeugenden Klimapolitik in alle gesellschaftlichen Gruppen hinein getragen zu haben. Durch diese Bewegung von unten, aus der Gesellschaft heraus wird die Politik massiv herausgefordert. Manche wollen das noch nicht wahrhaben – sie werden dafür eine teure politische Rechnung bekommen.

Am Ende geht es ja um die Instrumente zur Eindämmung des Klimawandels. Können ihn kollektive Lösungen wie eine CO2-Bepreisung bremsen – oder führt an individuellem Verzicht kein Weg mehr vorbei?

Umweltprobleme entstehen grundsätzlich dadurch, dass vornehmlich ökologische, aber auch soziale Kosten nicht in den Preisen berücksichtigt werden, die heute bezahlt werden. Das gilt für die Ernährung ebenso wie für die Mobilität, für die Luftreinhaltung ebenso wie für den Schutz des Grundwassers. Werden diese Kosten in den Preisen aufgenommen, kann damit Verhalten in Konsum, Freizeit und Mobilität verändert werden. Vor allem aber: Es wird deutlich, wo technologische Änderungen zwingend sind und entsprechend erforscht und entwickelt werden müssen.

Was sollte die Bundesregierung jetzt Ihrer Ansicht nach konkret tun?

Klimapolitik kann nicht mit einer Maßnahme allein erfolgreich betrieben werden. Eine wirksame Klimastrategie mit sich ergänzenden Maßnahmen ist erforderlich. Dazu gehören eine verlässliche, konsistente Umsetzung der Energiewende ebenso wie klare politische Rahmenbedingungen für eine Klimastrategie, für eine Veränderung in der Landwirtschaft und bei der Lebensmittelerzeugung, für unser Verpackungs- und Abfallverhalten, für unsere Freizeitgestaltung.

Bleibt uns eigentlich noch Zeit zur Rettung des Planeten? Oder ist es schön zu spät?

Politisches und individuelles Handeln ist erforderlich, nicht Resignation. Was sagte schon Luther: „Auch wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute einen Apfelbaum pflanzen."

Von Markus Decker/Marina Kormbaki/RND

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