Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Kinderarmut in Deutschland ist eine Schande
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kinderarmut in Deutschland ist eine Schande
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 03.06.2019
Keine Entwarnung beim Thema Kinderarmut: Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind knapp zwei Millionen Kinder auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Quelle: Peter Kneffel/dpa
Berlin

Fast zwei Millionen Kinder sind abhängig von Hartz-IV-Leistungen. Für ein reiches Land wie Deutschland ist dieser Befund eine Schande. Der leichte Rückgang, der sich in der neuen Statistik der Bundesagentur für Arbeit inzwischen zeigt, darf darüber nicht hinwegtäuschen. Er ist weder Grund für Entwarnung noch für Euphorie. Jahre mit kräftigem Aufschwung liegen hinter der Bundesrepublik. Doch es waren die Langzeitarbeitslosen, die davon am wenigsten profitiert haben.

Kinderarmut ist immer Elternarmut. Und es gilt, alles zu tun, um die betroffene Erwachsenen fit zu machen für ein Leben ohne staatliche Stütze. Dazu gehören Weiterbildung, Kombilöhne und kluges Coaching. Es wäre schon viel erreicht, wenn die häufig zitierte Kombination von Fördern und Fordern auch überall umgesetzt würde. Kinder brauchen Vorbilder: Eltern, die sich nicht aufgeben, sondern bereit sind, morgens früh aufzustehen und an sich zu arbeiten.

Lesen Sie auch: Linke: Hartz-IV-Familien entgehen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro

Es ist richtig, dass der Staat dies auch einfordert. Und er muss auch dafür sorgen, dass Kinder aus Familien, die ihren Lebensunterhalt ganz oder zumindest teilweise mit Hartz IV bestreiten, nicht in dauerhafte Hilfebedürftigkeit hineinwachsen. Tut er das? Tatsächlich wartet nahezu jede international angelegte Bildungsstudie mit dem Befund auf, dass in kaum einem anderen vergleichbaren Land der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Schulerfolgen so groß ist wie bei uns.

In der Praxis versagt die deutsche Bildungs- und Sozialstaatsbürokratie also jedes Jahr zehntausendfach. Sie hat zwar Leistungen wie den Kinderzuschlag oder das Teilhabepaket erfunden, um Geringverdiener-Kinder gezielt zu fördern. All das war sicherlich gut gemeint. Das Problem liegt jedoch anderswo. Der Unterricht an vielen Schulen ist nicht so gemacht, dass der Sohn einer alleinerziehenden Altenpflegerin annähernd gleiche Chancen hat wie die Professorentochter. Die Antwort auf die neuen Hartz-IV-Zahlen müsste eine große Bildungsoffensive sein. Wenn in manchem Bundesland knapp jedes dritte Kind betroffen ist, ist das dringend geboten.

Lesen Sie auch: 1,95 Millionen Kinder leben von Hartz IV

Von Rasmus Buchsteiner/RND

Bei „Anne Will“ ging es am späten Sonntagabend um die richtigen Konsequenzen nach dem Nahles-Beben. Quintessenz: Die Groko muss endlich zeigen, dass sie den Schuss gehört hat.

03.06.2019

Erst Schreck, dann betonte Ruhe: Die Union will sich angesichts der Turbulenzen beim Koalitionspartner SPD als stabile Kraft präsentieren. Die GroKo beenden – das will man der SPD überlassen.

02.06.2019

Andrea Nahles hat ihren Rücktritt als SPD-Partei- und Fraktionschefin bekannt gegeben. Die SPD-Spitze trifft sich zu einer Krisensitzung. FDP-Chef Lindner spricht von einer instabilen Regierung nach dem Nahles-Rücktritt. Alle Entwicklungen im News-Blog.

03.06.2019